Lithium Ionen-Akku im Motorraum des Audi e-tron (Bild: imago images/Sebastian Geisler)
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- Chemie-Nobelpreis geht an Batterie-Forscher

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den in Jena geborenen US-Amerikaner John Goodenough, den in Großbritannien geborenen Stanley Whittingham und den Japaner Akira Yoshino. Sie sind seit Jahren maßgeblich an der Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien beteiligt. Die leichten, wiederaufladbaren Batterien werden auch in Elektro-Fahrzeugen eingesetzt. Aus Stockholm berichtet Carsten Schmiester.

Lithium-Batterien liefern auch Mobiltelefonen und Laptops die nötige Energie. Sie können große Mengen an Solar- und Windenergie speichern und machen so eine Welt frei von fossilen Kraftstoffen möglich, wie es in der Begründung der Nobelpreis-Jury hieß.

Der 1922 geborene Goodenough ist der älteste Nobelpreisträger überhaupt und lehrt nach wie vor in den USA, berichtet Schmiester. Die drei Preisträger teilen sich den Preis, weil sie an unterschidlichen Stufen der Batterie-Forschung beteiligt waren. Wittingham habe während der Ölkrise in den 1970er Jahren mit der Erforschung der Alternative zu fossillen Energieträgern angefangen, Goodenough habe danach wesentlich an der Kathode und der Sicherheit der Lithium-Batterien gearbeitet - und der Japaner Yoshino habe letztlich 1985 "den Deckel drauf getan", erklärt unser Stockholm-Korrespondent.

Die renommierteste Auszeichnung für Chemiker ist derzeit mit umgerechnet rund 830.000 Euro (9 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Die feierliche Übergabe der Preise findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Morgen folgen gleich zwei Literaturnobelpreise

Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 180 verschiedene Forscher vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang fünf Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckte und erst im vergangenen Jahr die US-amerikanische Enzymforscherin Frances Arnold.

Am Montag war der Nobelpreis für Medizin Gregg Semenza (USA), William Kaelin (USA) und Peter Ratcliffe (Großbritannien) zuerkannt worden. Sie hatten gezeigt, wie Zellen den Sauerstoffgehalt in ihrer Umgebung wahrnehmen und auf Veränderungen reagieren.

Am Dienstag wurde eine Hälfte des Physik-Nobelpreises den Schweizer Astronomen Michel Mayor (77) und Didier Queloz (53) zugesprochen. Sie hatten den ersten Exoplaneten entdeckt, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist. Die andere Hälfte erhält der kanadisch-amerikanische Kosmologe James Peebles (84) für grundlegende Erkenntnisse zum Universum.

Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe der diesjährigen Literaturnobelpreisträger. In diesem Jahr werden zwei Autoren geehrt, da der Preis 2018 nach einem Skandal im Jurygremium nicht vergeben worden war. Am Freitag wird der Friedensnobelpreisträger benannt.

Mit Material von dpa

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