Schweizer Astronomen Michel Mayor (r) und Didier Queloz (Bild: dpa/Keystone/Laurent Gillieron)
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Di 08.10.2019 | 12:25 | WissensWerte - Astrophysiker bekommen den Nobel-Preis

Den Physiknobelpreis 2019 erhalten drei Wissenschaftler aus Kanada, James Peebles, und der Schweiz für ihre Forschungsbeiträge zur Entstehung des Universums. Die Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz hatten einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Mehr über ihr Forschungsgebiet kann Inforadio-Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler berichten.

Prinzler hat sich Verstärkung vom Kosmologen Prof. Matthias Steinmetz vom Potsdamer Leibniz-Institut geholt, der freut sich sehr über die Auswahl der Nobel-Jury in Stockholm: "Das ist ein großes Fest für die Astrophysik", schwärmt er.

Die drei Ausgezeichneten hätten sich den zwei bedeutendsten Fragen überhaupt gewidmet: "Wie funktioniert das Universum, wo kommen wir her? Und sind wir allein? Auf die erste Frage hat der Kanadier Peebles eine wichtige Antwort gegeben, er ist Mitbegründer der Theorie um die dunkle kalte Materie", erklärt Steinmetz.

Auf die Frage nach anderen Zivilisationen im Weltall hätten schließlich die beiden Schweizer Mayor und Queloz mit ihrer ersten Entdeckung eines Exoplaneten beeindruckend geantwortet. "Wenn es Planeten um andere Sterne gibt, dann gibt es vielleicht auch Leben auf diesen Planeten", betont Steinmetz.

Hintergrund: Die Physik-Nobelpreisträger seit 2009

Der Physik-Nobelpreis wird seit 1901 vergeben. Die erste Auszeichnung erhielt der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen für die Entdeckung der "X-Strahlen", der später nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Die Preisträger der vergangenen zehn Jahre waren:

2018: Die Laserphysiker Arthur Ashkin (USA), Gérard Mourou (Frankreich) und Donna Strickland (Kanada) für die Entwicklung präziser Werkzeuge aus Licht.

2017: Die drei US-Forscher Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne für den direkten Nachweis von Gravitationswellen. Albert Einstein hatte das Phänomen bereits vorhergesagt.

2016: Die gebürtigen Briten David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz. Sie haben exotische Zustände beschrieben, die eine Relevanz für Quantencomputer und neue Materialien haben könnten.

2015: Der Japaner Takaaki Kajita und der Kanadier Arthur McDonald. Sie hatten nachgewiesen, dass Neutrinos eine Masse besitzen. Die winzigen neutralen Elementarteilchen durchströmen das All und selbst Mauern.

2014: Die gebürtigen Japaner Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura für die Erfindung hocheffizienter Lichtquellen. Die blau leuchtenden Dioden ermöglichen helle und energiesparende LEDs.

2013: Der Belgier François Englert und der Brite Peter Higgs für die Vorhersage des Higgs-Teilchens.

2012: Serge Haroche aus Frankreich und David Wineland aus den USA für Fallen, mit denen sich geladene Teilchen (Ionen) und Licht (Photonen) einfangen lassen. Sie schufen damit Grundlagen für genauere Uhren und grundsätzlich neue Computer.

2011: Saul Perlmutter, Adam G. Riess (beide USA) und Brian P. Schmidt (USA und Australien) für die Beobachtung, dass sich das All derzeit immer schneller ausdehnt.

2010: Der Niederländer Andre Geim und der britisch-russische Physiker Konstantin Novoselov für ihre Arbeiten zu Graphen. Das einlagige Gitter aus Kohlenstoffatomen leitet hervorragend Hitze und Strom.

2009: Charles Kao (China), Willard Boyle und George Smith (beide USA) für die schnelle Datenübertragung durch Glasfasern sowie für den lichtempfindlichen CCD-Chip.

Quelle: dpa