Eine Schale mit Heuschrecken, Mehl- und Buffalowürmern auf Salat
imago images / Mario Hösel
Bild: imago images / Mario Hösel

- Insekten - zwischen Mutprobe und Superfood

In Potsdam findet seit Donnerstag die internationale Konferenz INSECTA statt. Rund 250 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren dort unter anderem, wie sich Insekten als Lebens- und Futtermittel nutzen lassen. Oliver Schlüter vom Potsdamer Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie klärt im Interview wie nützlich Insekten auch für den Menschen sind.

Schon jetzt werden mehr als 2.000 Insektenarten weltweit verspeist. Oft gelten sie gar als Delikatesse. Zwar gibt es noch keine Insektentheken in den deutschen Supermärkten, Schlüter meint aber, dass es sich dabei durchaus um ein zukunftsreiches Modell handelt. Denn: Insekten sind wertvolle Protein-Lieferanten.

Da es so viele verschiedene Arten gebe, könnten auch Unverträglichkeiten oder Allergien größtenteils umgangen oder ausgeschlossen werden. Generell sei natürlich darauf zu achten, dass die Insekten frei von jeglichen toxischen Substanzen seien, so Schlüter. Das werde derzeit durch die EU-Standards in der Produktion gewährleistet.

Insekten als klimafreundliche Alternative für Tierfutter

Auch als Tierfutter bieten sich Insekten an, meint Schlüter. Die Idee dazu sei hauptsächlich aus der Not heraus geboren. Die Überfischung der Meere habe zum Beispiel zum Umdenken bei Fischmehl - getrocknete Fische, die auch als Tierfutter eingesetzt werden - geführt. Der Vorteil bei der Verwendung von Insekten sei, dass wertvolle Proteine nicht verloren gingen.

Ein weiterer Vorteil: Das Aussterben von Insekten sei weniger wahrscheinlich, als zum Beispiel die Überfischung der Meere. Das läge hauptsächlich an der vergleichsweise einfachen Nachzüchtung, so Schlüter. In der Produktion gebräuchten Insekten beispielsweise weniger Landfläche. Gleichzeitig würden sie weniger Emissionen produzieren als andere Tierarten. Damit seien Insektenproduktionen auch klimafreundlicher.