Ein Lügendetektor alter Schule.
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- Wissenschaftler Haynes: "Lügendetektoren sind immer noch zu unzuverlässig"

Ob jemand lügt oder die Wahrheit sagt, ist nicht immer leicht zu erkennen. Technische Mittel sollen da helfen, aber die Zuverlässigkeit der sogenannten Lügendedektoren ist zweifelhaft. John-Dylan Haynes ist Neurowissenschaftler an der Berliner Charitè. "Wenn man lügt, dann gibt es charakteristische Signaturen im Gehirn", erklärt er im Inforadio. Man müsse den Impuls blockieren, die Wahrheit zu sagen - und das sei durchaus messbar.  

Althergebrachte Lügendetektoren seien aber unzuverlässig, weil sie manipuliert werden konnten. "Die Grundidee ist jetzt, dass man dort nachschaut, wo die Lüge erzeugt wird, also im Gehirn. Man versucht, mit statistisch optimalen Verfahren ein Maximum an Informationen herauszuquetschen, ob ein Mensch die Wahrheit sagt oder nicht."

Haynes schränkt zugleich ein: "Für Laborexperimente reicht dabei die Trefferquote von bis zu 80 Prozent aus. Aber für Anwendungen, da sind wir noch weit entfernt von einer genügend hohen Trefferquote, um eine Lüge nachweisen zu können. Das ist im Stadium der Entwicklung, aber noch lange nicht eine ausgereifte Techniuk. Deshalb ist es auch problematisch, dass manche Unternehmen solche Dienstleistungen anbieten, obwohl die noch sehr unzuverlässig sind", kritisiert der Neurowissenschaftler.

Hintergrund: Die Kirchenkampagne "Sieben Wochen ohne Lügen"

Die Fastenaktion der evangelischen Kirchen "7 Wochen Ohne" steht in diesem Jahr unter dem Motto "Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen". Der zentrale  Eröffnungsgottesdienst der Aktion "7 Wochen Ohne" ist am 10. März in der Evangelischen Kirchengemeinde Oestrich-Winkel (Hessen) geplant.

Die Kampagne "7 Wochen Ohne" wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet. Die Aktion soll sich in diesem Jahr dem Umgang mit der Wahrheit widmen. "Wir wollen gemeinsam danach suchen, was die Wahrheit eigentlich ist und wie wir sie erkennen. Wir werden versuchen, uns selbst nicht zu belügen und mit anderen ehrlich zu sein. Wir sollten auch über Wahrhaftigkeit nachdenken. Und darüber, wann man für die Wahrheit streiten muss", erklärte der Geschäftsführer von "7 Wochen Ohne", Arnd Brummer.

In diesem Jahr beteiligen sich den Angaben nach neben der rheinischen und lippischen Kirche auch die Landeskirchen Bremen, Oldenburg, Hannover, Berlin-Brandenburg- schlesische Oberlausitz sowie Kurhessen-Waldeck, Baden und Württemberg.

Quelle: epd

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