Blick in die Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt" im Martin-Gropius-Bau in Berlin (Bild: imago/Reiner Zensen)
imago stock&people
Bild: imago stock&people

- NS-Raubgut: Wem gehören die Bilder?

Lionel Feininger, Edgar Degas, Marc Chagall, Ernst Barlach – das sind nur einige wenige Künstler der Moderne, deren Werke von den Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 geraubt wurden. Sie waren zumeist in jüdischem Besitz. Mit der Herkunft der Bilder befasst sich die sogenannte "Provenienzforschung". Inforadio-Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler spricht in der Reihe "Soup & Science" mit Professor Dorothee Haffner über geraubte Kunst und die Suche nach ihren rechtmäßigen Besitzern. 

Inforadio-Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler und die Kunsthistorikerin Professor Dorothee Haffner (Bild: Reinholz/Technologiestiftung Berlin)
Inforadio-Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler und die Kunsthistorikerin Professor Dorothee Haffner Bild: Technologiestiftung Berlin

Besonders bekannt geworden ist in diesem Zusammenhang die umstrittene Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt. Sie ist in Berlin jetzt erstmals in einem kompletten Überblick zu sehen. Nach zwei Einzelausstellungen in Bern und Bonn bietet der Berliner Martin-Gropius-Bau sowohl einen Blick auf die Nazi-Aktion "Entartete Kunst" als auch auf den NS-Kunstraub.

"Und wir haben den Focus noch mehr auf die menschlichen Schicksale gelegt, die hinter diesen Werken stehen", sagte Rein Wolfs, Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn und Kurator der Schau.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärte, die Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt" sei kein Schlusspunkt der Aufarbeitung. "Im Gegenteil, sie ist ein Ausgangspunkt, von dem aus mehr Forschende als bisher mit besserem Rüstzeug als bisher der Wahrheit auf den Grund gehen können."

Der Kunstfund Gurlitt hatte 2013 international für Aufsehen gesorgt. Die in Gurlitts Wohnungen in München und Salzburg entdeckte Sammlung stand unter dem Verdacht, Raubkunst aus der NS-Zeit zu sein. Trotz jahrelanger Forschung hat sich bisher allerdings erst bei sechs der rund 1.500 Werke nachweisen lassen, dass sie früheren jüdischen Besitzern geraubt oder abgepresst wurden. 

(Mit Material von: dpa)

Infos im www

Projekt von Professor Dorothee Haffner - Eine Datenbank für die Provenienzforschung

Martin-Gropius-Bau - Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt - Ein Kunsthändler im Nationalsozialismus"

Sendung

Der Roboter I2D2s mit seinem Erfinder Christoph Hocke (Bild: dpa)
dpa

WissensWerte

Was ist wissenswert in Naturwissenschaft und Technik? Auf diese und andere Fragestellungen rund um Wissenschaft und Forschung geben Thomas Prinzler und  Kollegen Antworten.