Internationale Raumstation ISS über der Erde
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- Deutschlands Weltraumpläne

Es wird das Raumfahrtereignis 2018 - zumindest aus deutscher Sicht: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst wird Anfang Juni zum zweiten Mal zu einem halbjährigen Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS starten und diesmal als deren Kommandant. Was sonst noch für dieses Jahr auf dem Programm des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt steht, wurde am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz vorgestellt. Thomas Prinzler war dabei.

Pascal Ehrenfreund, die Vorstandsvorsitzende des DLR, mochte überhaupt nicht nur ein Raumfahrtprojekt benennen, für das ihr Herz besonders schlägt, so begeistert war sie von den 2018er Vorhaben: "Also es schlägt konstant bis zum Hals, weil wir sind eben eine so große Organisation, dass es so viele spannende Themen gibt und das in allen Fachbereichen."

Natürlich sei Alexander Gerst als europäischer Astronaut und ISS-Kommandant ganz besonders – auch mit den rund 80 herausragenden wissenschaftlichen Experimenten aus Deutschland, die er mit im Gepäck haben wird. Aber Prof. Ehrenfreund nennt auch die gemeinsam mit den Amerikanern für Mai geplante Mars-Mission Insight, bei der es um die Geologie unseres Nachbarplaneten geht – und die Ankunft der deutsch-japanischen Hayabusa 2 Mission auf dem Asteroiden Ryugu im August. Pascal Ehrenfreund: "Und zwei Monate später werden wir unseren Lander, der heißt Mascot, ein wirklich kleiner Lander mit 10 Kilo, der wird abgeworfen auf die Oberfläche des Asteroiden Ryugu und wird hier Messungen auf der Oberfläche durchführen. Und das ist etwas, was noch kaum dagewesen ist. Er kann auch hüpfen dieser Lander, das ist sehr selten und er kann so 50 Meter hüpfen und dann eine neue Stelle messen. Da erwarten wir uns spannende Daten auch."

Und Pascal Ehrenfreund ist sich sicher, das Mascot nicht vom einen Kilometer großen Asteroiden herunterhüpft: "Nein, nein, er hüpft nicht davon."

Doch auch Projekte auf der Erde sind für 2018 geplant – beispielsweise Verkehr. Dabei geht es insbesondere darum, sich nicht einseitig auf die Elektromobilität zu konzentrieren, sagt Karsten Lemmer, DLR-Vorstand Verkehr und Energie: "Elektromobilität ist ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Mobilität aber nicht die einzige Lösung. Was wir brauchen ist, dass wir alle Ansätze parallel verfolgen."

Future Fuels heißt das große Querschnittsprojekt des DLR, bei dem es um die Erforschung alternativer Flüssigkraftstoffe geht – die einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Batterien haben, so Prof. Lemmer: "Wieviel Energie kann ich pro Kilogramm letztendlich speichern? Da ist halt der flüssige Kraftstoff, den wir heute im Tank haben, sehr viel effizienter als das, was wir in der Batterie haben. Und wenn ich eben einen hohen Energiebedarf habe zum Beispiel für Interkontinentalflüge, für Schwerlastverkehr über lange Strecken, Schiffsverkehr dann kann ich das batterieelektrisch nicht realisieren, weil einfach auch die Relation zwischen Nutzlast und das, was ich als Energiespeicher mitnehmen müsste, total unwirtschaftlich wäre."

Und die Lösung könnten CO2- und damit klimaneutrale synthetische Kraftstoffe sein für Verbrennungsmotoren und eben auch Dieselmotoren – denn Totgesagte leben länger.

Sendung

Der Roboter I2D2s mit seinem Erfinder Christoph Hocke (Bild: dpa)
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WissensWerte

Was ist wissenswert in Naturwissenschaft und Technik? Auf diese und andere Fragestellungen rund um Wissenschaft und Forschung geben Thomas Prinzler und  Kollegen Antworten.