der SpaceShipTwo für den Weltraumtourismus
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Bild: imago/ZUMA Press

- Start frei für Weltraumtourismus

Am heutigen Donnerstag beginnen die Ferien und der eine oder andere wird verreisen. Jetzt eher in die Berge. Im Sommer dann vielleicht ans Meer. Und bald können Sie auch über einen Ausflug ins Weltall oder vielleicht zum Mond nachdenken. Was bisher reine Science Fiction war, soll jetzt Realität werden  – vorausgesetzt, Sie verfügen über das nötige Kleingeld. Guido Meyer verrät uns, warum Kleingeld hier eine ganz schöne Untertreibung ist für den Kurzentschlossenen, der last minute ins All möchte.

Urlaub in der Umlaufbahn – ein herrlicher Gedanke. Und was könnte dabei schon schief gehen? "Weltraumtourismus funktioniert nicht, solange sie nicht ein wirklich kostengünstiges und sicheres Raumtransportsystem haben. Nun haben aber Studien des Weltraumtourismus‘ in den letzten Jahren gezeigt: Der Markt, der ist da, jetzt muss nur noch die Rakete kommen." Fabian Eilingsfeld beobachtet für die Rüsselsheimer Unternehmensberatung Price Systems seit Jahren das neue Geschäftsfeld des Weltraumtourismus‘. Und an den Raketen, da wird derzeit in der Tat gebastelt. Bisweilen kommen sie in Form eines Weltraumflugzeugs daher, wie bei SpaceShipTwo. Ein Trägerflugzeug trägt das Raumschiff auf eine Höhe von fünfzehn Kilometern. Dort zündet es seinen Raketenmotor und fliegt dann - mit zahlungskräftigen Passagieren an Bord – bis an die Grenze des Weltraums, auf achtzig Kilometer Höhe.  

Fabian Eilingsfeld: "Wenn wir uns nur an vermögende Passagiere wenden würden, gingen uns über kurz oder lang die Kunden aus. Deshalb haben wir SpaceShipTwo so groß gebaut, dass es sechs Passagieren Platz bietet. Damit können wir nach einer gewissen Anlaufzeit die Preise senken und so einen größeren Markt erschließen."

Alex Tai hat als Vize-Präsident der britischen Raumfahrtfirma Virgin Galactic SpaceShipTwo mit entworfen. Im nächsten Jahr könnten dann die ersten Passagiere an Bord sein. Der Preis für fünf Minuten Schwerelosigkeit: eine Viertel Millionen. Dabei soll es jedoch nicht lange bleiben, orakelt Richard Branson, der Chef von Virgin Galactic: "Wenn wir verraten würden, bei welcher Höhe der endgültige Preis liegen wird, würde niemand den Einstiegspreis bezahlen. Wir haben einige fantastische Kunden, die die Pionier-Arbeit leisten. Sie zahlen die Viertel Millionen. Dies wird uns ermöglichen, den Preis mit der Zeit zu senken, so dass Tausende von Menschen ins All fliegen können, nicht nur einige wenige Priviligierte."

"Die Idee, Privatpersonen um den Mond herum zu schicken, hatten wir schon vor ein paar Jahren. Wir haben zwei Kandidaten für solch einen Flug in einer russischen Sojus- Kapsel gefunden. In Frage kommen dafür eigentlich nur Milliardäre."  Tom Shelley ist der Präsident von Space Adventures. Die Firma mit Sitz in Washington, D.C. ist eine Art Reisebüro für Trips ins All. 150 Millionen Dollar werden die beiden ersten Touristen zahlen, die angeblich noch vor Ende des Jahrzehnts für neun Tage durch’s All und dabei einmal um den Mond herum fliegen sollen. Auch die amerikanische Raumfahrtfirma SpaceX will Reisende den Mond umrunden lassen, sogar noch in diesem Jahr. Diesen Zeitplan darf man jedoch getrost als illusorisch abtun. 2019 will auch das US-Unternehmen Blue Origin in den Markt einsteigen. Sein Ziel ist jedoch weniger anspruchsvoll und gleicht dem von SpaceShipTwo: mit einer Rakete einmal kurz in den Weltraum und wieder herunter.

Sendung

Der Roboter I2D2s mit seinem Erfinder Christoph Hocke (Bild: dpa)
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Was ist wissenswert in Naturwissenschaft und Technik? Auf diese und andere Fragestellungen rund um Wissenschaft und Forschung geben Thomas Prinzler und  Kollegen Antworten.