Kochtöpfe in einer Großküche (Bild: imago/JuNiArt)
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- Keine guten Noten für Kantinen-Hygiene

Sind Restaurant-Küchen sauber? Das prüfen die Lebensmittelüberwachungsämter der Bundesländer regelmäßig. Die Ergebnisse fließen ein in den Jahresbericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Und der hat diesmal Bedenkliches aus Krankenhäusern und Heimen zu Tage gefördert. Karsten Zummack berichtet.

Gerade ältere und kranke Menschen sind anfällig für Infektionen. Da sollte man meinen, dass Kliniken, Pflege- und Altenheime besonders auf die richtige Ernährung achten. Doch das ist in der Praxis nicht der Fall. Auf den Speiseplänen stehen - entgegen aller Expertenempfehlungen - häufig Feinkostsalate, Rohwürste, Räucherfisch oder Tiefkühlbeeren, beklagt der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Helmut Tschiersky. Nur zehn Prozent der kontrollierten Betriebe setzten entsprechende Empfehlungen um, bemängelt er.

Smoothies meist unbedenklich

Solche Produkte, von denen Experten abraten - wie beispielsweise Teewurst, Hackfleisch, Harzer Käse oder ungekochter Fisch - könnten leichter mit Keimen belastet sein und so schwere Infektionskrankheiten auslösen, warnt die Bundesbehörde.

Deutlich erfreulicher sind die Untersuchungsergebnisse für Smoothies aus Früchten oder Gemüse. Dieses Trendgetränk sei frisch weitgehend unbedenklich, so Georg Schreiber, stellvertretender Abteilungsleiter im Bundesamt. 158 Smoothie-Proben seien unter die Lupe genommen worden, fast alle mit unauffälligen Ergebnissen. Dennoch rät er dringend, Smoothies immer gut zu kühlen und am Tag der Herstellung zu verbrauchen.

Oft sind auch Kennzeichnungsmängel das Problem

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit beschäftigt sich aber keineswegs nur mit Lebensmitteln. Für seinen neuen Jahresbericht hat es sich auch
Kosmetika, die auf Straßenfesten, Wochen- und Flohmärkten verkauft werden, näher angesehen. Dabei zeigte sich, dass viele Produkte wie beispielsweise Cremes oder
Haarfärbemittel nicht ausreichend beschriftet waren - so Claudia Schmid von der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz: "19,5 Prozent der untersuchten Produkte wurden aufgrund von Kennzeichnungsmängeln beanstandet. Konkret ging es dabei um Fehler bei der Chargenkennzeichnung, um fehlende Hersteller- und Importeurangaben, oder das Mindesthaltbarkeitsdatum war überschritten."

Insgesamt haben die Lebensmittelüberwachungsämter im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Unternehmen kontrolliert. In fast jedem siebten Fall wurden Verstöße festgestellt. Meist handelte es sich dabei um Mängel in der Betriebshygiene.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert derweil, sämtliche Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen zu veröffentlichen und dabei - anders als bisher - auch die Namen der beanstandeten Betriebe zu nennen.  

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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)
dpa

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