Jugendliche in einem Schul-Korridor mit ihren Smartphones beschäftigt
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- Studie: Jugendliche in sozialen Medien

Facebook und Co. sind gewaltige Wirtschaftsunternehmen. Zu ihrem Kerngeschäft gehört es, Meinungen und Ansichten zu vervielfältigen. Bis hin zu zu gehässigen Kommentaren und Falschmeldungen. Die Vodafone Stiftung hat untersucht, wie Jugendliche mit Hasskommentaren und Falschmeldungen umgehen - weil Jugendliche häufiger in diesen neuen Medien präsent sind. Bei der 1. Jugendpressekonferenz wurden die Ergebnisse präsentiert. Annette Dönisch fasst zusammen.

Julius de Gruyere geht in die 12. Klasse. In seiner Freizeit ist er auf Twitter sehr aktiv. Dort äußert er sich auch politisch und wird dafür beschimpft. Die Vodafone Stiftung hat nun in einer repräsentatitven Studie 14- bis 24-jährige Menschen zu ihren Erfahrungen mit Hasskommentaren und Falschmeldungen befragt. Ein Ergebnis: Die meisten Jugendlichen - zwei Drittel - wissen, wie sie mit Anfeidungen im Netz umzugehen haben.

Beschwerden werden nur sehr zögerlich bearbeitet

Julius blockt Nutzer, die ihn beleidigen und löscht die Kommentare dann. Die Studie kommt allerdings auch zu dem Ergebnis, dass Beschwerden bei den kommerziellen Betreibern der Plattformen der Jugendlichen über gehässige und falsche Äußerungen nichts bringen. Mehr als die Hälfte gibt an, dass sie keinen Erfolg hatten oder sehr verzögert bearbeitet wurden. Julius berichtet von seiner Erfahrung mit einer Falschmeldung am Beispiel eines Posts von einem so genannten Reichsbürger, der behauptet hatte, dass es in Deutschland seit 1956 keine legitime Regierung mehr gebe.

Falschmeldungen werden in Schulen zu wenig thematisiert

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen stößt mindestens einmal die Woche auf eine Falschmeldungen, so die Studie. In der Schule wird allerdings kaum über verletztende und falsche Netz-Inhalte gesprochen. Drei Viertel der Schüler wünschen sich, dass mehr darüber gesprochen wird. Auch die Staatsministerin für Digitales Dorothee Bär kritisiert die Lehrpläne für den Umgang mit Sozialen Medien, denn es sei immer noch so, dass es in den Schulen von der Leidenschaft einzelner Lehrer abhängig sei, ob etwas passiere und was passiere.

Jugendliche sind gut sensibilisiert gegen irrenführende Inhalte

Auch wenn die Jugendlichen sehr gut mit den verletzenden und irreführenden Inhalten umgehen können. Sie bereiten ihnen Sorge. Zwei Drittel sehen den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Falschmeldungen gefährdet. Sie fordern vor allem Betreiber auf, dagegen vorzugehen. Knapp die Hälfte sagt allerdings, dass sich auch Medien und die Bürger dagegen stellen müssen. Die Jugendlichen machen dies bereits. Besonders die Jüngeren, nämlich die unter 17-Jährigen, melden Hasskommentare engagiert.

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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)
dpa

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