Symbolbind Bauboom
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Bild: imago/Ralph Peters

- Gute Zeiten für die deutsche Bauindustrie

Neue Wohnungen, neue Schulen, neue Straßen, neue Breitbandnetze - all das braucht Deutschland. Tatsächlich rollen gerade überall die Bagger. Die Baufirmen haben gut zu tun, bestätigt der Branchenverband auf seiner Jahres-Pressekonferenz. Einzelheiten von Inforadio-Wirtschaftsreporter Karsten Zummack.

Wer eine Baufirma beauftragen will, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen, denn die Unternehmen können der hohen Nachfrage kaum noch bewältigen, sind durchschnittlich vier Monate im Vorraus ausgebucht. Die Auftragsbücher sind nach wie vor prall gefüllt, konstatiert Peter Hübner, der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie.

Geschäfte brummen in allen Segmenten

Der Branchenverband hat deshalb seine Jahresprognose deutlich angehoben. Für 2017 rechnet er nun mit einem Umsatzplus von sechs Prozent. Dabei brummen die Geschäfte in allen Segmenten - im Wirtschaftsbau, im öffentlichen Bau, besonders aber im Wohnungsbau. Hier gibt es bei den Genehmigungen inzwischen sogar einen Überhang - von 400.000 Wohnungen. Das sei mehr als die gesamte Branche in einem Jahr bauen könne, betont Hübner. Und natürlich ist der Bedarf immens.

Grundstückspreise und Nebenkosten treiben die Kosten in die Höhe

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2021 anderthalb Millionen neue Wohnungen zu bauen. Der Branchenverbands-Präsident begrüßt in diesem Zusammenhang die weitere Förderung des Sozialen Wohnungsbaus, steuerliche Verbesserungen sowie das geplante Baukindergeld für Familien. Mit diesen Maßnahmen allein aber seien die Engpässe nicht zu beseitigen. Knappes Bauland jedoch begrenze den Wohnungsbau. Hübner kritisiert in diesem Zusammenhang die Kommunen, die Grundstücke oft für viel Geld an Immobilienentwickler verkaufen würden. Da sei es nicht verwunderlich, dass nur teure Eigentumswohnungen entstünden. Doch nicht nur die Grundstückspreise treiben die Kosten beim Bauen.

Doch nicht nur Grundstückspreise treiben die Kosten beim Bau in die Höhe, auch die Nebenkosten am Bau spielten eine Rolle. Zum Beispiel hätten sich die Gebühren für Baustellenentsorgung in den letzten fünf Jahren verdoppelt.




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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)
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