Die 25.Internationale Fruchthandelsmesse Fruit Logistica
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- Obst- und Gemüsemarkt im Wandel

In Zukunft werden rund zehn Prozent der Obst-und Gemüseeinkäufe online bestellt - das sagen Logistikexperten für die nächsten Jahre voraus. Der digitale Wandel macht sich derzeit beim Obst- und Gemüsehandel bemerkbar. Schneller, frischer und immer ausgefallener: Lisa Splanemann hat sich auf der Fruit Logistica-Messe umgehört.

Açai Beeren, Granatapfel und Chia-Samen: Das sind nach Kaasten Reh, dem Chefredakteuer vom Fruchthandel-Magazin, derzeit die Trend-Produkte bei Obst und Gemüse: Der Beeren-Markt sei mittlerweile ein echtes Hype-Produkt, danach komme gleich Avocado - auch das Tomaten-Segment breite sich deutlich aus.

Seefracht als bevorzugter Transportweg

Produziert wird das Obst und Gemüse zum Beispiel in Chile, Peru und Mexiko, sagt Alex von Stempel. Er ist Experte im Bereich Logistik und Transport von Frischeprodukten. Er moderiert derzeit Veranstaltungen wie "Angebot und Nachfrage von Frischeprodukten" bei der fruit logistica auf dem Messegelände. Vor allem ein Transportweg - weg von der Luftfracht und hin zur Seefracht - sei für internationale Produkte wichtiger geworden. Der Seeweg sei erstens billiger und können zudem die Temperaturüberwachung besser sichergestellt werden.

Großer Wandel in der Zuliefer-Logistik

Beeren werden übrigens nicht seekrank: Bis zu 50 Tage bleiben die Produkte auf den Frachtschiffen frisch. Auch der digitale Wandel spielt bei Frischeprodukten eine zunehmend wichtige Rolle: Zum einen werden durch das Netz Produkte wie Açai Beeren und Co. schneller bekannt und zum neuen Trendprodukt. Zum anderen sieht der Obst- und Gemüsehandel großes Potential in Online-Bestellungen, sagt Alex von Stempel: Der Online-Handel werde in den nächsten 20 Jahren auf sieben Prozent ansteigen werde - das sei eine unheimliche Herausforderung an die Logistik, die zum Teil noch auf einem Stand des 20. Jahrhunderts befinde.

Die Logistikunternehmen würden sich in den kommenden Jahren darauf einstellen, frischer, mehr und schneller zu importieren. Das dürfte allerdings vor allem die Obst- und Gemüse-Produzenten in den Herkunftsländern vor immer größere Herausfoderungen stellen.

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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)
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