Szene aus Mosul im Irak: Jungendliche laufen neben zerstörten Gebäuden (Bild: picture alliance / AA)
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- 100 Jahre Irak: Wie die Gründungsgeschichte das Land bis heute prägt

Der Sieg der Taliban in Afghanistan sorgt im Irak für neue Unruhe. Denn dort sollen die US-Truppen zum Jahresende komplett abziehen. Doch ist die Terrormiliz Islamischer Staat dort aktiv. Die heutigen Strukturen im Irak haben auch etwas mit ihrer Gründung zu tun. Von Viktoria Kleber

Die Parallelen zwischen Afghanistan in dem krisengeschüttelten Irak liegen auf der Hand: Mitte 2014 hatten Einheiten der Terrormiliz Islamischer Staat weite Teile Syriens und des Irak erobert, in den von ihr kontrollierten Gebieten ein Kalifat errichtet und über Jahre die Bevölkerung terrorisiert.


Mit dem Einsatz der Anti-IS-Koalition unter Führung der USA wurde der sogenannte "Islamische Staat" zurückgedrängt. Im April 2019 war die letzte IS-Hochburg gefallen.

Und nun sollen auch dort bis zum Jahresende die US-Truppen komplett abziehen, während sich gleichzeitig die Terrororganisation neu strukturiert und auf ihre Chance vorbereitet hat, wieder in das Vakuum stoßen und nach der Macht im Land zu greifen. Bereits bei der Staatsgründung vor 100 Jahren, legten die Gründungsväter jene Strukturen an, die immer wieder für politischen Sprengstoff sorgen und das Land nicht zur Ruhe kommen lassen.

Die britische Kolonialmacht hat dem Irak bei seiner Gründung einige Großbaustellen mit in die Wiege gelegt, die das Land bis heute prägen. So wurden die osmanischen Provinzen Mossul, Bagdad und Basra zu einem Staat zusammengelegt, die bis dahin unabhängig waren. Auch versuchen Kurden, Sunniten und Schiiten seither ihre Interessen in einem Staat zu wahren – das sorgt immer wieder für politischen Sprengstoff.