Symbolbild Archiv: Querdenker mit Plakate (Bild: dpa/ picture alliance/ Daniel Kubirski)
dpa/ picture alliance/ Daniel Kubirski
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- Wie wirken alternative und rechte Medien, Hans Demmel?

Hans Demmel ist erfahrener Journalist und hat im letzten Jahr ein Experiment gewagt – er ist abgetaucht in die Welt der sogenannten alternativen Medien und Fakten. In seinem Buch "Anderswelt" erzählt er von seinem Selbstversuch und was er daraus gelernt hat. Von Christian Wildt

Demmel hat sein Experiment rund um den sogenannten "Sturm" auf den Reichstag am 29. August 2020 gestartet – damals drängten etliche Demonstrationsteilnehmer zu den Türen des Reichstages. Zurückgehalten wurden sie nur von drei Polizisten. Im Netz kursierte dann die Zahl von einer Million Aktivisten, die vor Ort gewesen wären – das sei viel zu viel, sagte Demmel. Doch die Zahl hielt sich hartnäckig.

Anschluss an bürgerliche Kreise über "Freiheits"-Begriff

Das Ziel hinter alternativen Medien sei nicht ganz klar, so Demmel. Man erlebe den deutschen Staat in der Corona-Bekämpfung autoritäter als jemals zuvor – die Portale, Magazine und YouTube-Kanäle der neuen Rechten aber wollten auch genau diesen autoritären Staat. Methodisch arbeiteten sie vor allem damit, Details aufzublähen und Fakten sehr verkürzt darzustellen, so der Journalist. Ebenso schürten sie Angst und Vorurteile. Rechten Alternativ-Medien gelänge der Durchbruch zu bürgerlichen Kreisen über den Begriff der Freiheit, so Demmel – denn "gegen Freiheit kann man ja erstmal nichts haben".

Literaturtipp:

Hans Demmel mit Friedrich Küppersbusch
"Anderswelt. Ein Selbstversuch mit rechten Medien"
Kunstmann Verlag, September 2021
240 Seiten