Fabian Rau bei der Arbeit bei Faktura
HOLGER GROSS
Bild: HOLGER GROSS

- Fabian Rau: Mensch mit Einschränkung und Engagement

Beim "Schichtwechsel" tauschen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen die Arbeitsplätze. Fabian Rau arbeitet in der Werkstatt Faktura. Im Gespräch mit Christian Wildt erzählt er, was sich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ändern müsste, um es Menschen mit Beeinträchtigung zu ermöglichen, dort dauerhaft Fuß zu fassen.

Beim "Schichtwechsel" tauschen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen einen Tag lang ihre Arbeitsplätze. 17 Berliner Werkstätten und rund 50 Unternehmen nehmen nun schon das fünfte Mal an dieser Aktion teil. So lernen etwa Hertha-Spieler genauso wie Senatorinnen neue Perspektiven kennen.

Und Menschen wie Fabian Rau. Er arbeitet bei Faktura in Mitte im Bereich "Digitale Medien". Außerdem gibt es hier noch eine Malerwerkstatt, Kantinen und Catering, eine Bonbon- und eine Kaffeemanufaktur und vieles mehr. Hier finden "Menschen, die in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sind, ein ruhiges, entspanntes und anregendes Arbeitsumfeld für die berufliche Rehabilitation", heißt es auf der Homepage.

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Hauptaufgabe der Werkstatt: Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt

Fabian Rau arbeitet hier nicht nur, er vertritt auch über hundert Beschäftigte als Werkstatt-Rat. Einer der großen Vorteile für die Menschen hier, so berichtet er, sei der geschützte Arbeitsplatz: "Sollten sie mal krank werden, ist es einfacher, dort wieder anzufangen. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wird man krank – und das war es das. Dann landet man beim Jobcenter oder noch schlimmer beim Sozialamt."

Die Klassifizierung in ersten und zweiten Arbeitsmarkt findet Rau nicht passend. Er spricht lieber von "allgemeinem" und "geschütztem" Arbeitsmarkt. Und: Das System soll durchlässig sein: "Die Hauptaufgabe einer Werkstatt ist ja die Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt."

"Wir gehen vorsichtig miteinander um"

Doch um das nachhaltig zu erreichen, muss sich noch einiges am allgemeinen Arbeitsmarkt ändern. Da könnten die Werkstätten durchaus Vorbild sein: "Wir gehen vorsichtig miteinander um. Wir haben alle unseren angepassten Arbeitsplatz. Das heißt, wer im Rollstuhl sitzt, der kann an seinem Arbeitsplatz sitzen und ganz normal seine Arbeit machen."

Doch auch im Alltag sieht Fabian Rau Fortschritte: "Es werden Wege geebnet, es werden Fahrstühle gebaut, es wird dafür gesorgt, dass gehbehinderte Menschen überall hinkommen. Es werden Leitsysteme entwickelt. Und so sollte es für Beschäftigte auch sein."