Rio Reiser am Klavier. (Bild: imago/teutopress)
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- Das Vermächtnis des Rio Reiser

Am 9. Juni 2021 hätte Rio Reiser seinen 70. Geburtstag gefeiert. Zu Ehren der Musikers und seiner Band Ton Steine Scherben wird gerade ein Festival in Berlin veranstaltet. Hendrik Schröder traf den Menschen, den Rio Reiser kannte wie kein Zweiter: Gert Möbius - Rios Bruder und Ex-Manager der Scherben.

In diesem Jahr wäre Rio Reiser 70 Jahre geworden. Seine Band "Ton Steine Scherben" feiert 50 Jahre Jubiläum. Das wird gerade mit einem Festival gefeiert. Und zur Ehre des 1996 verstorbenen Berliner Songpoeten soll der Heinrichplatz in Kreuzberg seinen Namen ändern - und zum Rio-Reiser-Platz werden.

Inforadio Kulturreporter Hendrik Schröder hat den Menschen getroffen, der Rio Reiser wohl am besten kannte: Gert Möbius, Rios Bruder. Zeitweise auch Manager der Scherben, machte Möbius die Cover, war bei Verhandlungen mit dabei und verwaltet heute Erbe und Vermächtnis.

Der Beschützer des kleinen Bruders

 

Das Verhältnis der beiden Brüder beschreibt Möbius zeitlebens als "Beschützer und kleiner Bruder". Rio Reiser sei aber trotz seiner Exzentrik und seinen poetischen Ergüsse ein zutiefst lustiger und humorvoller Mensch gewesen. Das hätte sich auch in seinen Texten widergespiegelt. Er wollte zu keiner Zeit Gewalt verherrlichen, sagt Möbius. Den Song "Macht kaputt, was euch kaputt macht" wollte Reiser etwa nicht mehr live spielen, da er Angst davor gehabt hatte, mit dem Song zu sehr zur Gewalt aufzurufen.

Erbe heute noch allzu sichtbar

 

"Rio wollte eine größere Öffentlichkeit erreichen. Er hat ja kaum eine Talkshow ausgelassen", sagt Möbius. Das Erbe Rio Reisers ist heute noch sichtbar. Als sein Nachlassverwalter bekomme Möbius fast täglich Anfragen von Bands oder Künstlern, die Cover-Versionen nachspielen oder Theaterstücke inszenieren wollten. Die Musik habe einen kulturellen Wert. Sie werde noch viel gehört. Die Verkäufe seien nie zurückgegangen.

Heute spiele Gert Möbius eher die Beschützer-Rolle des Nachlasses seines Bruders: "Ich mache es ja nicht nur für Rio, sondern auch für die Scherben."