Sachsen, Boxberg: Besucher gehen im Findlingspark Nochten durch den angelegten Garten Lausitz (Bild: dpa/ Sebastian Kahnert)
dpa/ Sebastian Kahnert
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- "Die Lausitz ist kulturell unwahrscheinlich reich und vielfältig"

Die Lausitz steckt mitten in einem großen Veränderungsprozess. Bis spätestens 2038 will man weg von der Braunkohle – aber was kommt danach? Für Uwe Koch, Landesbeauftragter für kulturelle Entwicklung in der Lausitz, heißt die Antwort: Kultur. Im Gespräch mit Anna Pataczek erzählt er von seinen Aufgaben, seinen Entdeckungen und Lausitzer Eigenheiten.

Koch sagte, er finde es "total wichtig und positiv", dass die Kultur beim Strukturwandel in der Lausitz ein Stück weit in den Mittelpunkt rücke. "Weil eine solche Entwicklung, wie sie in der Lausitz in den nächsten Jahrzehnten stattfindet, ist immer auch ein Thema für die Kultur. Ist ein Thema, das eine kulturelle Aneignung, Auseinandersetzung mit sich bringt und mit sich bringen sollte." Es gehe darum, dass sich die Menschen vor Ort mit ihrer eigenen Kultur identifizieren können, aber auch, dass die Region bundesweit auf sich aufmerksam mache.


Koch: Lausitz verfügt über großen kulturellen Reichtum


In einem sogenannten "Kulturplan" versuche man nun in partizipativer Form, die Lausitz als Kulturregion zu fassen, so Koch. Dabei schaue man auch auf historische und landschaftliche Aspekte – die Lausitz berührt heute administrativ Brandenburg und Sachsen, aber auch Teile Polens und Böhmens. Alle diese Regionen seien auch stark von der Kohle geprägt worden. Hinzu kommt die kulturelle Gruppe der Wenden und Sorben. Ebenso verfüge die Lausitz über eine reiche Adels- und Parkkultur sowie eine Industriegeschichte. Koch sagte, er sehe künftig auch viel Potenzial für die Kultur- und Kreativszene, die sich in Nischen und auf Brachen etablieren könne. Diese könne auch Arbeitsplätze für die Zukunft schaffen.