Bernhard Felmberg ist seit Oktober 2020 der neue Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland
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- Militärbischof Bernhard Felmberg: "Der Frieden ist Ziel unseres Handelns"

"Beten hilft immer", ist Bernhard Felmberg überzeugt. Diesen Grundsatz wendet Felmberg sowohl als Stadionpfarrer bei Hertha BSC als auch in seinem Hauptberuf als Militärbischof an, in dem er Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr betreut. Von Ulrike Bieritz

Mit der deutschen Wiedervereinigung und den damit einhergehenden Auslandseinsätzen der Bundeswehr hatte sich die Evangelische Kirche in Deutschland entschlossen, dass der Militärbischof hauptamtlich arbeiten solle, so Felmberg: "Wir haben als Evangeliche Kirche eine besondere Aufgabe vom Evangelium her, den Frieden in der Welt zu verkünden und Seelsorge zu üben."

Seelsorge für Militärangehörige – stets unterwegs


Derzeit sei er kaum unterwegs, sagte Felmberg. Doch üblicherweise reise ein Militärbischof viel, besuche Kasernen sowie Kolleginnen und Kollegen, suche das Gespräch mit den Angehörigen der Bundeswehr. Es sei aber genauso wichtig, die Pfarrerinnen und Pfarrer in ihrer Arbeit für die Bundeswehr zu begleiten. Für sie wäre es ebenso ungewöhnlich, mit den Soldatinnen und Soldaten in einen Einsatz zu ziehen, so der Militärbischof.

Schweigepflicht ermöglicht offeneres Gesprächsklima


Ein für ihn aktuelles Thema ist die Vermittlung des "lebenskundlichen Unterrichts" – also Ethik für Soldatinnen und Soldaten. Pfarrerinnen und Pfarrer der Bundeswehr stünden außerhalb der Hierarchie der Armee, sie unterliegen auch einer Schweigepflicht. Schon alleine dadurch würden die Bundeswehrangehörigen das seelsorgerische Angebot annehmen – das Gesprächsklima sei offener und und man könne freier sprechen, sagte Felmberg.

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Vor dem Auslandseinsatz müssen Soldatinnen und Soldaten ihr Testament schreiben. Und das ist nicht die einzige Situation, in der sie sich an Militärseelsorger wenden. Ab Juni wird es in der Bundeswehr neben den Militärpfarrern auch Militärrabbiner geben. Eine muslimische Militärseelsorge lässt aber noch auf sich warten.