ILLUSTRATION - Ein gelbes Netzwerkkabel, aufgenommen am in einem Serverraum in Berlin.
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- "Die Netze in Deutschland sind sehr viel besser als ihr Ruf"

Deutschland und die Digitalisierung, bisher war das noch keine enge Freundschaft. Doch am Netz liegt das nicht. Das deutsche Netz sei stark und stabil, die bürokratischen und hierarchischen Hürden aber einfach oft zu hoch, sagt Bitkom-Chef Bernhard Rohleder.

"Die Netze in Deutschland sind sehr viel besser als ihr Ruf", sagt Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer. Es würden derzeit jeden Tag in Deutschland 20.000 Haushalte zusätzlich mit Gigabit-Leistungen versorgt: "Wir sind jetzt bei einer Gigabit-Versorgung von zwei Dritteln aller Haushalte", sagt Rohleder. Hier ergebe sich aber eine neue Herausforderung, nämlich dass diese zusätzliche Leistung des Netzes auch von den Haushalten genutzt würde.

 

Hierarchische Hürden für den digitalen Durchbruch

 

Warum sich Deutschland dennoch so schwer mit der Digitalisierung tue, liege oft an stark ausgeprägten hierarchischen und bürokratischen Strukturen: "Hier wird in Deutschland an ganz vielen Stellen das Rad oft nochmal neu erfunden. Wir haben 11.000 unterschiedliche kommunale Online-Portale, die die meisten Gemeinden dann selbst gestrickt haben", kritisiert Rohleder.

Gleichzeitig bemängelt er, dass in Deutschland lange Zeit, die Zeit und auch Aufmerksamkeit für die Digitalisierung gefehlt habe – auch weil die Wirtschaft damit beschäftigt gewesen sei, volle Auftragslage abzuarbeiten. Dank der Corona-Pandemie aber bekomme die Digitalisierung nun deutlich mehr Aufmerksamkeit. "Es wird kaum noch jemand ohne Digital-Know-How auskommen", betont Rohleder.

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