Entertainerin Gayle Tufts (Bild: imago images)
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- Gayle Tufts – "Let's go on with the show!"

Gayle Tufts ist Vollblut-Entertainerin und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Nach der Corona-Pause startet die gebürtige US-Amerikanerin jetzt mit ihrer neuen Show "Wieder da!" in der Komödie im Schiller Theater durch. Kulturredakteurin Ute Büsing hat mit Tufts über ihre Show und die derzeitige US-Politik gesprochen.

Gayle Tufts hat zwischen März und Juli aufgrund der Corona-Krise pausiert. Anfangs war sie noch froh darüber, denn sie habe die Jahre davor regelrecht "geackert", sagt die Entertainerin. Sie habe gut vier Wochen ausgespannt, die Stadt und das Berliner Umland erkundet und gelesen. Ebenso habe sie Corona-Soforthilfen erhalten: "Hallelujah Deutschland!", witzelte die Comedian. "Ich bin verdammt dankbar dafür."

Tufts Markenzeichen: Das Denglisch


Ihr neues Programm wird sich auch mit der Corona-Pandemie befassen. Mit dabei: Popsongs, die seit dem Ausbruch der Infektionskrankheit etwas geschmacklos wirken könnten - aber natürlich auch Spaß machen. Ihrem Markenzeichen, dem Vermischen von Deutsch und US-Englisch, wird sie weiterhin treu bleiben. Ihr "Denglisch" komme vor allem in Berlin gut an, andernorts müsse auf jeden Fall die Pointe ihrer Witze auf deutsch sein. "Es ist immer mein Ziel, dass so viele Menschen wie möglich mich verstehen."

Seit drei Jahren hat Tufts auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihre Show sollte ursprünglich im Mai Premiere feiern unter dem Titel "Make America Gayle again" - eine Anspielung auf US-Präsident Trumps Slogan "Make America Great again". Doch angesichts des brutalen Umgangs mit MigrantInnen und ihren Kindern sowie der Polizeigewalt und dem systemischen Rassismus in den USA, wollte sie keine Witze mehr darüber machen. Sie werde auf der Bühne ihre Wut rauslassen - aber auch Hoffnung mitbringen auf "einen Rest von 'Yes, we can!'", sagte Tufts.


"Als Amerikanerin bricht es mir das Herz"


Trump sei für sie kein Politiker, sondern ein Reality-Show-Darsteller - und genau das liebten etliche seiner Anhänger, dass Trump damit den Politbetrieb in Washington quasi verhöhne. Für diese Art für "Humor" habe sie kein Verständnis, so Tufts: Tausende Menschen sind in den USA an Covid-19 gestorben, Millionen sind arbeitslos oder ohne Krankenversicherung: "Das ist eine Tragödie!" Das Wahlprozedere der USA sei kompliziert, doch Tufts hofft, dass viele Menschen alleine aus Wut auf Trump wählen gehen werden.

Die Termine zu den neuen Shows von Gayle Tufts finden Sie hier.