Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, SPD, aufgenommen im Rahmen einer Pressekonferenz (Bild: imago images / photothek)
imago images / photothek
Bild: imago images / photothek

- Giffey: Mit gemischten Führungsteams fördern wir die Wirtschaft

Mehr Frauen in die Führungsetagen der großen deutschen Unternehmen - das will Familienministerin Franziska Giffey durchsetzen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat sie bereits mit Justizministerin Christine Lambrecht vorgelegt. Warum sie zuversichtlich ist, dass das "Führungspositionsgesetz" verabschiedet wird, darüber hat sie mit Ute Holzhey gesprochen.

Bei der Gleichstellung liege noch einiges bevor, erklärt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Zwischen Männern und Frauen herrsche noch immer eine Lohnlücke von 20 und eine Rentenlücke von über 50 Prozent.

Es ist immer noch so, dass die Frage der Familiengründung noch immer eine wichtige Rolle spielt." Außerdem wählen Frauen laut Giffey häufiger soziale Berufe, die schlechter bezahlt seien. Zudem spiele bei Frauen häufiger die Teilzeitfalle eine Rolle.

"Familienfreundliche Struktur ist nicht nur ein Nice-to-have"



"Der Karriereknick ist da." Familienfreundliche Unternehmensstruktur sei nicht nur ein "Nice-to-Have", sondern ein Standortfaktor, wenn Fachkräfte fehlten. So sollten sich Unternehmen etwa für eine betriebliche Kinderbetreuung in den Ferien auf den Weg machen, so die SPD-Politikerin.

Andererseits bekommen Frauen oft nicht den Fuß in bestimmte Positionen. Dabei spreche man vom "Thomas-Kreislauf". Dieser basiere darauf, dass bestimmte Personen andere nach Ähnlichkeiten unterstützten. Bis da ohne Eingreifen eine Veränderung komme, dauere laut Berechnungen 104 Jahre, sagt Giffey. "Und das kann es nicht sein. Deshalb braucht es einen gesetzlichen Rahmen."

Führungspositionsgesetz für mehr Frauen in Vorständen



Führungspositionen sollen gerechter verteilt werden. Dafür hat die Familienministerin zusammen mit Justizministerin Christine Lambrecht das Führungspositionsgesetz erarbeitet. 80 Prozent der Unternehmen haben keine Frau im Vorstand und die Zielvorgabe null, sagt Giffey: "Das heißt für die Zukunft wird auch gesagt: 'Wir haben auch nicht die Absicht eine Frau in den Vorstand zu holen.' Und das finde ich eigentlich noch viel schlimmer."

Für solche Fälle sieht das Führungspositionsgesetz Sanktionen vor. Untersuchungen zeigten zudem, dass bei gemischten Führungsteams, die Wahrscheinlichkeit steige, erfolgreicher zu werden. "Das heißt, wir fördern die Wirtschaft, wenn wir uns dafür einsetzen, dass gemischte Führungsteams in den Unternehmen da sind", sagt Franziska Giffey.

Giffeys poltitische Zukunft

Giffey: Offen für Kandidatur in Berlin -

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hält sich weiter offen, im nächsten Jahr für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin zu kandidieren.

Sie wolle ihren Betrag dazu leisten, dass die Sozialdemokratie in der Hauptstadt wieder stärker werde, sagte Giffey. Es mache ihr Sorgen, dass sich die Berliner SPD momentan in nicht ganz einfachem Fahrwasser befinde.

Deshalb bewerbe sie sich auch gemeinsam mit Fraktionschef Saleh um den Landesvorsitz. Diese Entscheidung falle am 31.Oktober. Danach könne man sehen wie es weitergeht. Sie sei auf jeden Fall bereit, sehr viel für die Partei zu tun, so Giffey.