Philipp Bouteiller. (Bild: imago/Christian Kielmann)
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- Tegel: Ein Flughafen als Stadtquartier

Ein Wohnviertel, dazu Forschungs- und Industrieparks - die Nachnutzung des Flughafens Tegel nimmt immer mehr Gestalt an. Prof. Philipp Bouteiller und sein Team von der Tegel Projekt GmbH sind gut vorbereitet für eine Entwicklung, die der Stadt neue Chancen eröffnen soll.

Was passiert auf dem Gelände des Flughafens Tegel, wenn der Flugbetrieb im Herbst umzieht nach Schönefeld zum BER? Platz genug ist in Reinickendorf, nämlich fast 500 Hektar. Platz, um - im öffentlichen Auftrag - ein neues Wohnviertel zu bauen, einen Forschungs- und Industriepark aufzubauen und eine ganze Hochschule umziehen zu lassen.

Diese Pläne für Milliarden-Investitionen mussten Jahre warten, doch nun sind Prof. Philipp Bouteiller und sein Team von der Tegel Projekt GmbH gut vorbereitet für eine Entwicklung, die der Stadt neue Chancen eröffnen soll.

Eine unglaubliche Chance

Ein solches Gelände nachzunutzen sei eine unglaubliche Chance, sagt Bouteiller: "Andere Metropolen beneiden uns um diese Flächen, auch schon bei Tempelhof." Bereits 2008 habe man über die Nachnutzung im Zuge eines offenen Dialogs mit viel Bürgerbeteiligung nachgedacht. Was man nun umsetzt: In der Westseite um die jetzigen Terminalgebäude herum wird ein Technologiepark entstehen.

Das zweite ist ein Wohngebiet mit 5000 Wohneinheiten für etwa 10.000 Menschen im östlichen Teil des Flughafengeländes - das sogenannte "Schuhmacher Quartier". Die Stadt habe dabei die Planungs- und Gestaltungsfreiheit. "Es soll ein soziales und ökologisches Modellquartier werden", so Bouteiller. Spekulanten sollen hier keineswegs zum Zuge kommen.

Autofreies Quartier mit Anbindung zum ÖPNV

Das Quartier soll soweit wie möglich autofrei werden, allerdings wird es immer Möglichkeiten geben, sich auch ohne Auto weiterzubewegen, meint Bouteiller. Außerdem wird es neue Haltestellen des ÖPNV für das Quartier geben.

Im Alten Terminal A wird die Beuth-Hochschule einziehen und potentiell andere Hochschulen. Daneben soll ein "akademischer Industriepark" entstehen. Hier könnte von der Ausbildung bis zur Produktion eines Tages die gesamte Wertschöpfungskette abgebildet werden, so Bouteiller über die Zukunftsvisionen am Tegele Flughafen.