Monika Grütters (CDU), Kulturstaatsministerin, sitzt in ihrem Büro an einem Tisch (Bild: dpa)
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- Monika Grütters: "Wir zahlen künftig Ausfallhonorare"

Durch die Coronakrise mussten alle Kultureinrichtungen schließen. Viele Künstler verdienen nichts mehr und wollen wieder auftreten. Über Hilfen und Perspektiven für Künstler und Einrichtungen hat Maria Ossowski mit der Kulturstaatsministerin Monika Grütters gesprochen.

"Den Titel Kulturnation Deutschland haben wir zum Glück noch nicht verspielt", sagt die Kulturstaatsministerin. Das zeige sich daran, dass sich die Künstler gegen die Berufsverbote wehren. Und auch die Politik habe mit ihren Soforthilfeprogrammen in der Coronakrise die Kreativen bedacht.

Monika Grütters wünscht sich den Normalzustand für die Kultur: "Dass wir verzichten müssen, schmerzt mich sehr." Sie habe nicht über die Maßnahmen zu entscheiden, werbe aber bei der Bundesregierung dafür, diesen Gesellschaftsbereich bald wiederzubeleben.

Finanzielle Unterstützung für Künslter

 

Außerdem werde weiter an Rettungspaketen für Kreative gearbeitet. So habe die Politik mit einem Sozialschutzpaket Hilfen zur persönlichen Lebensführung ermöglicht, sagt Grütters. Allerdings sei es nötig für Freischaffende wie Tänzer, Schauspieler, Musiker oder Autoren, die von einzelnen Honoraren leben, einen eigenen Fördermechanismus zu finden: "Die fallen durch manches Förderprogramm durch."

Wege für Freischaffende

 

Für diese Künstler wurde nun laut Grütters ein Weg gefunden: "Wir zahlen künftig Ausfallhonorare." Dies sei bisher wegen des Haushaltsrecht nicht möglich gewesen, erklärt die Staatsministerin. Diese Hürde sei nun genommen worden, denn "jetzt haben wir sie ausdrücklich zum Berufsverbot gezwungen."

So sollen die Gagen je nach Höhe zu 40 oder 60 Prozent für die ausgefallenen Auftritte bezahlt werden: Dabei sei eine Deckelung bis 2500 Euro vorgesehen. Bei Häusern, bei denen der Bund mitentscheidet, könne dieser über diese Hilfen selbst entscheiden. Für die kommunalen Häuser erhofft sich die Staatsministerin, dass diese dem Beispiel folgen.

Perspektiven für Kinos

 

Für Kulturhäuser und Kinos sei es zudem wichtig eine Eröffnungsperspektive zu ermöglichen, sagt Grütters. Im Kino etwa könne man im Publikumsraum Abstandsregeln umsetzen.

"Diese üppige Kulturlandschaft [in Deutschland] haben wir über zwei Weltkriege gerettet", so Kulturstaatsministerin Grütters. Daher sollte es ihrer Ansicht nach auch möglich sein, diese Landschaft über die Viruskrise zu retten.

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