Anna Mateur bei der Aufzeichnung der WDR Kabarett- und Comedyshow Ladies Night im Gloria-Theater (Bild: imago images / Future Image)
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- Anna Mateur - Das Chaos im Kabarett

Die Sängerin und Künstlerin Anna Mateur gastiert mit ihrer neuen Show "Kaoshüter" in der Berliner Bar jeder Vernunft. Mit dem Programm spielt sie auf eine Welt voller Ordnungshüter und mangelnder Kreativität an. Kulturreporterin Ute Büsing hat sie zum Gespräch getroffen.

Kleinkunst – früher konnte sich Anna Mateur mit dem Begriff nicht anfreunden. "Ich habe mich immer gewehrt, wenn jemand gesagt hat, das ist ja Kleinkunst", erinnert sich die Dresdnerin an ihre Studienzeit. "Aber irgendwann habe ich gemerkt, Kleinkunst bedeutet einfach, das ist ein bestimmter Rahmen, das ist kein Stadion und du kannst da alles machen", sagt Mateur. Alles, was ihr durch den Kopf gehe, könne sie mit einbinden – egal ob Missstände in der Welt oder Fantasien.

Das spiegele sich auch ihren Shows wider. Ein Limit gibt es quasi nicht. Mateur singt über jegliche Themen und das sogar auf Jiddisch oder Sächsisch. "Ich komme aus Sachsen, ich darf das", sagt sie und erzählt dabei von ihrer Großmutter. Die habe ihr sogar ein feines Sächsisch beigebracht. Sie selbst kommt aus Dresden. Daher beherrsche sie gleich alle "Nuancen des Sächsischen."

Was ist Chaos?

 

"Ich prangere nicht an. Ich bin nicht gegen Ordnung, ich bin nicht gegen Chaos", sagt sie. Aber die Leute verstünden das Chaos nicht. "Alle Gefühle, alles, was man nicht unter Kontrolle hat, ist Chaos – wenn man nicht weiß, wie es weitergeht, wenn es unsicher ist, wenn es unperfekt ist“, sagt die Künstlerin.

In ihrem Programm geht es vor allem auch um ihre Heimatstadt Dresden – doch die kommt nicht immer gut weg in dem Stück. Das käme gut an.

Doch Mateur ist nicht nur alleine auf der Bühne zu sehen, sondern hat auch einen Teil in der Operette 'Frau Luna' gespielt: "Das liegt mir auch. Ich kann das gut", sagt sie. Sie wollte es sich damit selber beweisen. "Ich hatte einfach Lust, nicht diejenige zu sein, die immer Verantwortung übernimmt", so Mateur. "Da wird man auch wieder auf eine Art demütig", sagt sie.