Der Schönefelder Bürgermeister Dr. Udo Haase am Schreibtisch (Quelle: rbb|24/Ursula Brunner)
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- Schönefelds Bürgermeister Udo Haase sagt Tschüss

Seit 2003 war Udo Haase Bürgermeister der Großgemeinde Schönefeld. In seinen Amtsbezirk fällt auch die Großbaustelle des BER-Flughafens. Trotzdem hat er nicht nur den Spatenstich verpasst, sondern wird auch nicht mehr in seiner Rolle als Bürgermeister bei der Eröffnung dabei sein. Denn am Dienstag gibt er sein Amt ab. Der Abschied fällt ihm schwer, wie er Inforadio-Redakteur Thomas Rautenberg im Interview erzählt hat. 

Am Dienstag übernimmt Haases Nachfolger seinen Dienst. "Meine letzte Wahl war 2011“, erinnert sich Haase. Das war gerade zu der Zeit, als die Eröffnung des BER-Flughafens verschoben wurde. Eigentlich wollte er schon damals nicht mehr antreten. Dann habe er sich doch entschieden, noch eine Wahlperiode mitzumachen: "Dann wirst du ja in jedem Fall die Einweihung des BER-Flughafens miterleben", waren damals seine Gedanken. "Das ist aber nun wirklich noch acht Jahre länger dauert – das habe ich nicht für möglich gehalten."

Trotz der langen Bauphase hätten er und sein Team die Angelegenheit BER immer sehr ernst genommen. "Wir haben alles dafür getan, um das Umfeld des Flughafens verkehrstechnisch und auf für die Bevölkerung zu ertüchtigen", sagt Haase.

Privat zur BER-Eröffnung

Bei der Eröffnung werde er trotzdem dabei sein, so Haase. "Aber eben nicht mehr als amtierender Bürgermeister – und das ist ein kleiner Unterschied." Denn schon beim Spatenstich 2006 sei er nicht in seiner Position als Bürgermeister vor Ort gewesen. "Der Bürgermeister, der sonst immer dabei ist, war bei diesem Vorhaben nicht dabei", sagt er.

Dennoch zeigt er sich zuversichtlich, was die neuen Flughafen angeht. "Es müsste ja nun mit dem Teufel zugehen, wenn es nach so langer Zeit nicht gelingt – auch in Deutschland – so einen Flughafen an den Start zu bringen." Glücklich sei die ganze Sache nicht gelaufen, "aber da sind eben auch viele Fehler gemacht worden", so Haase.

Aber ganz verurteilen will er die verspätete Eröffnung des Flughafens nicht, denn sonst hätte auch Schönefeld schneller und stärker unter den Auswirkungen des neuen Großflughafens gelitten. "Deshalb haben wir die Zeit genutzt, […] um die ganze Infrastruktur zu verbessern."

Gerade beim Streckenausbau der U7 wünscht sich Haase aber in Zukunft noch mehr Zuspruch aus der Politik. Die BVG und auch der Bezirk Neukölln befürworteten diesen Vorsatz, aber die Berliner Koalition sei sich nicht einig.

Schönefeld wächst dank BER

Auch dank des neuen Flughafens, prognostiziert Haase, werde Schönefeld deutlich an Einwohnern hinzugewinnen. "Denn Wohnraum in Flughafennähe ist eines der gefragtesten Güter überhaupt, und dass hier Logistik und Firmen angesiedelt werden, ist keine Frage", meint Haase. Er gehe davon aus, dass Schönefeld in Zukunft auf bis zu 45.000 Einwohner wachsen werde. 1990 hätte Schönefeld noch 5.000 Einwohner.

Natürliche falle ihm der Abschied jetzt schwer, "weil man so viele Sachen angefangen hat", so Haase. Aber selbst nach weiteren acht Jahren wäre noch lange nicht Schluss. "Man sollte hier auch einfach mal Jüngeren den Platz überlassen", sagt Haase.