Schriftsteller Thomas Pletzinger und Dirk Nowitzki (Bild: imago images/ Star Media)
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- Autor Thomas Pletzinger: Die Umkreisung des Basketball-Stars Dirk Nowitzki

Dirk Nowitzki ist einer der weltbesten Korbjäger und der beste Europäer, der jemals in der amerikanischen Profi-Basketball-Liga NBA gespielt hat. Der Autor und Schriftsteller Thomas Pletzinger hat diesen Ausnahmeathleten sieben Jahre lang begleitet und darüber ein Buch geschrieben. Darüber, über seine Basketball-Leidenschaft und natürlich auch über Dirk Nowitzki hat rbb-Sportreporter Andreas Witte sich mit Thomas Pletzinger unterhalten.

Angefangen habe alles mit einem Porträt für das ZEIT Magazin, die Länge der Recherchen - sieben Jahre - hätten sich aus Nowitzkis Karriere ergeben, so der Autor. An Nowitzki käme man einfach nicht vorbei, er sei "die Größe des deutschen Basketballs", so Pletzinger.

Es handele sich um ein Sachbuch, so der Journalist, und obwohl der Stil etwas literarischer sei, habe Nowitzki noch einmal alle Fakten geprüft. Eine derart lange Beobachtung sei wohl auch die beste Möglichkeit, eine lange Reportage zu schreiben: Subjektiv sowie emotional und aus der Ich-Perspektive erzählt, die die Wahrnehmungsprozesse des Autoren freilegten, so Pletzinger. "Das Subjektive ist immer viel wert bei solchen langen Beobachtungen."

Umkreisung eines Basketball-Stars
Ebenso begegnete Pletzinger auch zahlreichen Menschen, die Nowitzki und seine Karriere prägten, unter anderem sein Entdecker und Trainer, Holger Geschwindner. Dennoch - ein gewisser Geheimnis-Faktor umwehe den Basketball-Star aus Deutschland immer noch. Man könne alles über eine Person wissen - außer wie es ist, diese Person zu sein, sagt Pletzinger. "Ich versuche nicht, Nowitzki psychologisch eindeutig zu machen, sondern umkreise ihn eigentlich die ganze Zeit, beobachte ihn und versuche herauszufinden, wie er in bestimmten Situationen reagiert."

Der Leser oder die Leserin kann sich schlussendlich durch diese Umkreisung besser vorttellen, wie es ist, so gut Basketball spielen zu können wie der ehemalige NBA-Spieler
Nowitzki. Dabei habe der Basketballer immer auch einen Kern zurückbehalten, sich nicht dem Ruhm oder der Beliebtheit hingegeben, fasst Pletzinger zusammen. Stets hieß es bei Nowitzki: "Die Halle, der Basketball und das Spiel ist etwas, das mir gehört und das schütze ich auch."

Kumpelmodus "nur nach Ansage"

Pletzinger war seine eigene Rolle während des Projekts klar - er sei ein Beobachter, nicht Nowitzkis bester Kumpel. Die Atmosphäre sei zwischen ihnen sehr gut und vertraut, aber nie unprofessionell gewesen. "Ich war bei diesem Projekt immer auf die Genzen bedacht." Diese Grenzen haben er und sein prominenter Gesprächspartner nur "nach Ansage" verlassen, so der Autor. "Ob man befreundet ist, das muss die Zeit zeigen", sagt Pletzinger. Das sei im "normalen Leben" auch nicht anders, da müsse man sich auch um eine Freundschaft bemühen.

Einer der stärksten Momente, die Pletzinger erlebt hat, war Nowitzkis letztes Spiel. Tausende Menschen in der Halle weinten zum Abschied des Sportlers. Stark beeindruckt hätten ihn persönlich aber auch die Momente im Training - wenn niemand zusieht, macht Nowitzki sein Ding, so Pletzinger. "Der ist jemand, der das wirklich liebt, was er da betreibt."

Buchtipp:
Thomas Pletzinger
The Great Nowitzki: Das außergewöhnliche Leben des großen deutschen Sportlers
Kiepenheuer&Witsch, August 2019
512 Seiten
ISBN: 978-3462047325