Die Autorin Corinna Busch
Privat- Corinna Busch/Andreas Grzesiak
Bild: Privat- Corinna Busch/Andreas Grzesiak

- Über die Online-Partnersuche und den Slogan "Iss niemals gelben Schnee"

Parship, Elite-Partner oder Tinder: Jeder Dritte in Deutschland hat die Liebe schon mal über das Internet gesucht. Corinna Busch hat sich - im Selbstversuch - mit zwölf Männern verabredet und berichtet in ihrem Buch "Ein Dutzend Dates", wie das ausgegangen ist. Die ehemalige Redakteurin der Harald Schmidt-Show arbeitet heute als PR-Beraterin und Business Coach. Inforadio-Redakteurin Christiane Gronau hat mit ihr gesprochen.

Noch während ihres ersten Date fasste Corinna Busch einen Plan: Über ihre Erfahrungen mit dem Online-Dating will sie ein Buch schreiben. Warum? Der erste Kandidat hatte eine Hotelbar für das Treffen vorgeschlagen, erzählt die Autorin im Inforadio. "Als ich da ankam, war er schon ein kleines bisschen angeheitert, weil er sich Mut antrinken musste. Das fand ich schon mal ein bisschen absurd."

Es folgten Aussagen wie: "Nüchtern bin ich schüchtern, aber voll bin ich doll." Außerdem sei er doch nicht geschieden, aber im Geiste schon lange getrennt. Als er einen Zettel mit Namen von zehn Frauen aus der Tasche zog, mit denen er sich gleichzeitig traf, war das der Auftakt für Buschs Buch "Ein Dutzend Dates".

Angeblich im Geiste schon getrennt

Sie meldete sich bei drei Partnersuch-Portalen an, entschied sich für den Slogan "Iss niemals gelben Schnee." und bekam über 500 Nachrichten von Männern auf der Suche. 

Zwölf Dates später zieht sie Bilanz. Zwei Drittel der Männer waren gar kein Single, sondern behaupteten: "Im Geiste steht der gepackte Koffer seit fünf Jahren vor der Haustür." Mit Corinna Busch war dann angeblich der richtige Zeitpunkt zum Gehen gekommen. Außerdem entsprächen 90 Prozent der Profilbilder nicht der Realität.

Geprägt von den wenig liebevollen Eltern

"Ich habe im Grunde nie daran geglaubt, dass ich fündig werde", sagt Busch. Sie würde die Suche übers Internet nicht empfehlen. Online-Medien seien zu unverbindlich. Viele Männer wollten sich nicht binden. Sie meinten bei ihren Begegnungen: "Das ist, wie durch den Supermarkt zu gehen."

Wie es zu der Bindungsangst kommt? Busch geht davon aus, dass gerade die Generation U40 hat mit tiefen Emotionen Probleme hat. Geprägt seien sie durch ihre Kindheit: "Die eigenen Eltern waren oft nicht sehr liebevoll miteinander." Die eher funktionalen Beziehungen hätten sie auch zu den Kindern gepflegt.

Anstatt sich auf Partnersuch-Portalen einzuloggen, empfiehlt Busch heute: "Einfach rausgehen."