Weert Canzler
Erik-Jan Ouwerkerk
Bild: Erik-Jan Ouwerkerk

- Weert Canzler: Blick in die Zukunft auf Berlins Straßen

Die Frage, wie man in einer Metropole wie Berlin künftig von A nach B kommt, bewegt immer mehr Menschen. Staus, volle Busse und Bahnen oder zu enge und gefährliche Radwege sorgen für schlechte Laune. Spätestens seit den ersten Durchfahrverboten für ältere Diesel-Fahrzeuge weiß man auch: Für Autos wird es in der Stadt immer enger.
Wie also sieht die Zukunft auf Berlins Straßen und Wegen aus? Darüber spricht Dietmar Ringel mit Mobilitätsforscher Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin.

Der Mobilitätsforscher sagt, die Menschen in der Stadt müssen sich vom klassischen Auto verabschieden. Für Situationen, in denen das Auto allen anderen Verkehrsmitteln gegenüberüber überlegen ist, könne man sich ein Auto ausleihen. Dazu gehören für Canzler etwa der Einkauf oder die Fahrt zum Blumenmarkt.

Car Sharing funktioniere in der Stadt schon ganz gut, sagt er. Durch den Zugriff auf die Angebote über App gehe das ganz einfach. "Dass es umständlich ist, dieses Argument zählt nicht mehr."  

Alternativen zum Auto müssen gut sein

Um das Auto abzulösen, müssten die Alternativen gut sein, sagt der Mobilitätsforscher. "Viele Leute würden gern Fahrrad fahren und machen es nicht, weil sie sagen, dass sie sich zu unsicher fühlen. Zu Recht", so Canzler. "Wir müssen jetzt ran an die schmerzhaften Punkte."

Dazu zählen für den Forscher etwa die Parkraumbewirtschaftung und eine Citymaut. Dazu müssten Parkflächen am Rande der Stadt entstehen. In anderen Städten, wie Stockholm, funktioniere das schon gut. Zudem müsse der Nahverkehr und die Bahn gut getaktet sein. Außerdem stellten Leihfahrräder etwa einen guten Anreiz für einen Wechsel in der Mobilität dar. Ein Zusammenspiel von mehreren Angeboten sei dabei wichtig.