Archivbild: Gerhard Schick redet auf einem Grünen-Parteitag
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- Gerhard Schick: Vision von der Finanzwende

Gerhard Schick ist Mitglied der Grünen und war von 2005 bis 2019 Mitglied des Deutschen Bundestags. Vor etwa einem Jahr hat er eine ungewöhnliche Entscheidung getroffen: Schick kehrte dem Parlament den Rücken, um seinen Verein "Bürgerbewegung Finanzwende" zu gründen. Dieser Verein will ein Gegengewicht zu großen Banken sein - für einen gerechten Finanzmarkt, so das erklärte Ziel von Gerhard Schick. Hauptstadt-Korrespondentin Vera Wolfskämpf hat sich ausführlich mit ihm unterhalten.

Eine nachhaltige Finanzwirtschaft - das ist das Ziel von Gerhard Schick. Um das zu erreichen, hat er vor rund einem halben Jahr sein Bundestagsmandat abgegeben und den gemeinnützigen Verein "Bürgerbewegung Finanzwende" gegründet. Mit dem Verein möchte er "Misstände aufdecken und dafür sorgen, dass sie beseitigt werden", sagt Schick. So ein Aufdecken sei ihm und seinem Team im ersten halben Jahr des Vereins beim Thema Konsumentenkredite auch bereits gelungen.

Bisher noch keine zivilgesellschaftliche Bewegung im Finanzbereich

Ohne sein Mandat fehlen Schick heute allerdings Möglichkeiten, Misstände anzugehen: "Ich kann nicht einfach parlamentarische Anfragen stellen". Außerdem vermisse er Gelegentlich die Parlamentsdebatten. Zivilgesellschaftliche Organisation bieten laut Schick allerdings andere Möglichkeiten: beispielsweise die aktive Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern oder Betroffenen. Im Finanzbereich sei zivilgesellschaftliche bisher noch nicht viel gelaufen - diese Lücke möchte Schick mit der "Bürgerbewegung Finanzwende" schließen.

Schicks Forderungen hinter der Finanzwende sind: weniger Kriminalität (z.B. durch Betrüger) am Finanzmarkt, der Finanzmarkt solle zudem nicht mehr als "Umverteilungsmaschine von unten nach oben" fungieren und der Finanzmarkt solle keine Probleme wie Wirtschaftskrisen erzeugen, sondern stattdessen Probleme lösen.