Automechaniker mit Tablet
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- Wie Deutschland wirtschaftlich Titelverteidiger bleibt

Die deutsche Exportindustrie steht vor allem auf der Basis von Maschinen und Anlagen. Die müssen fit werden fürs digitale Zeitalter - sie müssen vernetzt werden, immer wieder neue Programme verarbeiten können oder sich melden, wenn Verschleiß droht. Sind die Hersteller fit für diese Herausforderung? Management-Expertin Svenja Falk sucht darauf eine Antwort. "Titelverteidiger" heißt das Buch, an dem die Forschungs-Direktorin der Beratungsgesellschaft Accenture mitgeschrieben hat. Wirtschaftsredakteur Gerd Dehnel spricht mit ihr darüber.

Das alte Gütesiegel "Made in Germany" sollte nach Meinung von Management-Expertin Svenja Falk bald ausgedient haben und durch "Operated by Germany" ersetzt werden. Den Hintergrund beschreibt Forschungs-Direktorin der Beratungsgesellschaft Accenture als Co-Autorin in dem Buch "Titelverteidiger: Wie die deutsche Industrie ihre Spitzenposition auch im digitalen Zeitalter sichert".

Der größte Ausrüster der Welt

Für den Kurswechsel ist Falk, denn: "Deutschland ist der größte Ausrüster der Welt", wie sie sagt. In der Ausrichtung bedeute das, die Produkt- und die Datenwelt smart zusammenzubringen und neue Dienstleistungen zu generieren. In der Konsumentenwelt sei Deutschland nie dabei gewesen, dafür aber in der Industrie weltweit führend.

Nun müssten die Produkte vernetzt sein, meint Falk. Maschinen könnten sich dann etwa selbst warten oder warnen, wenn sie drohten, auszufallen. Auch Selbst-Updates sind denkbar.

Zu klare Ausrichtung auf Automobilindustrie

In Zukunft muss Deutschland zwei Herausforderungen meistern, wie Falk beschreibt. Das Land müsse sich mehr auf die neue Zeit einstellen. Deutschland sei in hohem Maße von der Autoindustrie abhängig. 60 Prozent des Wachstums in den letzten zehn Jahren komme von der Automobilindustrie. "Wir kriegen ein Riesenproblem, wenn wir uns da nicht weiter diversifizieren."

Für Europa bestünde zudem die Gefahr 'stuck in the middle' zwischen den USA und China zu sein, meint Falk. Wichtig sei deshalb im wirtschaftlichen Sinne: "Europa muss einen dritten Weg finden."

 

Über das Buch

Titel: Titelverteidiger: Wie die deutsche Industrie ihre Spitzenposition auch im digitalen Zeitalter sichert

Verlag: Redline Verlag

Erscheinungsdatum: 20. März 2019