Paul van Dyk (Bild: imago/FutureImage)
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- Paul van Dyk: "Ich fühle mich viel näher an meiner Musik"

Ein Tag im Februar 2016 hat das Leben des erfolgreichen DJs Paul van Dyk nachdrücklich beeinflusst: Bei einem Konzert im niederländischen Utrecht fiel der Berliner von der Bühne und verletzte sich schwer. Wie er sich zurück ins Leben gekämpft hat und wie der Unfall seine Gegenwart und Zukunft prägt, erzählt Paul van Dyk im Gespräch mit Hendrik Schröder.

Aus sechs Metern stürzte Paul van Dyk beim "A State Of Trance Festival 2016" in Utrecht von der Bühne - und zog sich einen doppelten Bruch der Wirbelsäule und ein Schädel-Hirn-Trauma zu. Ursache für den Sturz war offenbar eine fehlerhafte Bühnenkonstruktion. "Ich habe heute noch Erinnerungslücken", erzählt er im Inforadio-Interview. "Man braucht unheimlich viel Support, um wieder auf die Beine zu kommen. Den bekam ich von meiner Frau, durch viel Liebe und Kreativität, wie man diese Sache am besten angeht."

"Das Ziel war meine Motivation"

Durch den Sturz wurde van Dyks Gehirn an fünf Stellen verletzt, er musste so gut wie alles neu lernen. Doch nur wenige Monate später trat Paul van Dyk wieder auf - in Las Vegas. Kurz darauf erschien eine neue Platte. "Ich hatte natürlich erstmal Panik, weil auch der Teil des Gehirns für Sprechen maßgeblich zerstört war. Der Bereich ist auch für Kreativität zuständig. Doch das Ziel, bald wieder aufzutreten, war für mich eine unglaubliche Motivation. Es war psychologisch und auch für den Genesungsprozess wichtig, dieses Ziel zu haben."

Auch seine Musik hat sich verändert

Dass er grundsätzlich beruflich kürzer treten muss, hat der 47-jährige aber akzeptiert: "Ich habe die Anzahl der Konzerte drastisch reduziert, statt vier bis fünf Shows die Woche sind es jetzt vielleicht zwei. Gleichzeitig hilft mir jeder Auftritt dabei, in meiner Routine zu sein." 

Das Ereignis von Utrecht hat auch unmittelbare Ausstrahlung auf seine Musik, so der in Eisenhüttenstadt als Matthias Paul geborene DJ: "Eine andere Sicht auf Dinge bringt auch andere musikalische Einflüsse mit sich. Aber ganz maßgeblich für mich ist der Punkt, dass ich noch viel stringenter alles so mache, wie ich das möchte. In dem Moment, in dem ich im Studio sitze, mache ich das so, wie ich es für richtig halte, ich musss zu 100 Prozent zufrieden damit sein. Inzwischen fühle mich viel näher zu meiner Musik als zuvor."

Wiederholung der Sendung vom 28. März