Porträt von Prof. Michael Butter (Bild: imago images / Reiner Zensen)
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- Verschwörungstheorien und ihre Wirkung

Elvis lebt, dafür ist Paul McCartney tot und wurde durch ein Double ersetzt. Die Mondlandung war ein Schauspiel, wir werden durch Chemie in Kondensstreifen gefügig gemacht. Verschwörungstheorien sind nicht neu. Nehmen sie aber zu in einer vernetzten Welt? Inforadio-Redakteur Norbert Hansen sprach mit Prof. Michael Butter. Er erforscht Verschwörungstheorien und ihre Wirkung.

Verschwörungstheorien gehen davon aus, dass nichts durch Zufall geschieht, sondern alles geplant wurde, dass nichts so ist, wie es scheint, und: dass alles miteinander verbunden ist - so erklärt Prof. Michael Butter das Phänomen. Die Theorien gehen demnach immer davon aus, dass es die Bösen in Form der Verschwörer gibt, die einen Plan verfolgen. Sei es kurzfristig, oder - wie beispielsweise bei den Illuminaten - sogar über mehrere Jahrhunderte.

Verschwörungstheorien sind weit verbreitet

Eine fünf Jahre alte Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Hälfte aller US-Bürger mindestens an eine Verschwörungstheorie glaubt. Und auch in Deutschland gibt es das Phänomen. Laut einer Umfrage des Mainzer Instituts für Publizistik glauben z.B. 17% der Deutschen, dass die erste Mondlandung nur eine Inszeniert gewesen ist. Wie ist diese Faszination zu erklären? Für Prof. Michael Butter liegt das am "Sinn- und Erklärungsangebot" der Theorien, die beispielsweise ermöglichen, für alles einen Schuldigen zu finden.

Wiederholung der Sendung vom 04. März 2019.

HINTERGRUND: Populäre Verschwörungstheorien


Inszenierte Mondlandung

Eine Verschwörungstheorie, die sich seit etwa einem halben Jahrhundert hartnäckig hält: Die Mondlandung 1969 sei von der US-Raumfahrtbehörde NASA in einem Filmstudio inszeniert worden. Ein handfestes Motiv gibt es auch: Schließlich habe US-Präsident John F. Kennedy schon 1961 gefordert, die Mondlandung bis zum Ende des Jahrzehnts zu realisieren und habe deshalb die NASA unter Druck gesetzt.

Elvis lebt

Der "King of Rock’n’Roll" soll noch am Leben sein. Der Tod von Elvis Presley sei nur eine Inszenierung gewesen, weil der Star den Ansturm der Fans nicht mehr ertragen habe. Anderen Theorien zufolge soll Elvis von Außerirdischen entführt worden sein. Oder: Wenn schon tot, so sei er zumindest ein Opfer des FBI gewesen.

John F. Kennedy lebt

Auch US-Präsident John F. Kennedy soll noch leben. Eine andere Verschwörungstheorie behauptet, dass JFK von der CIA oder Mitgliedern der US-Regierung ermordet wurde. Der mutmaßliche Mörder Lee Harvey Oswald sei selbst nur Teil dieser Verschwörung gewesen. Eingeweiht in das Ganze sei allein der Filmregisseur Oliver Stone, er kenne alle Hintergründe.

11. September 2001

Eine der jüngsten Verschwörungstheorien ist die zum 11. September 2001. Die Verschwörungstheoretiker glauben nicht an die offizielle Version eines terroristischen Anschlages. Sie vermuten als Strippenzieher hinter der Tragödie die CIA. Der US-Geheimdienst habe die Türme des World Trade Centers selbst in die Luft gesprengt. Wie sonst ließe sich der Einsturz der beiden Zwillingstürme in New York erklären? Die Flugzeuge seien ein reines Ablenkungsmanöver gewesen. Außerdem sollen die Attentäter noch leben, und in Pennsylvania soll am 11. September nie ein Flugzeug abgestürzt sein.

Lady Dianas Tod

Der Autounfall, bei dem Lady Diana starb, war angeblich ein Attentat des britischen Geheimdienstes MI6 im Auftrag des britischen Königshauses. Mit ihrem Tod habe eine Schwangerschaft vertuscht werden sollen. Denn diese hätte zur Heirat mit Dodi al-Fayed geführt, was das britische Königshaus unbedingt habe verhindern wollen. Diana soll außerdem ihren eigenen Tod vorhergesagt haben. In einem Brief an ihren Bruder habe sie geschrieben, dass sie befürchte, durch einen Unfall mit dem eigenen Auto ums Leben zu kommen. Das Ganze sei inszeniert worden, damit der britische Thronfolger Prince Charles wieder habe heiraten können.

(Quelle: ARD/Planet Wissen)