Toni Kroos (Bild: imago images)
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- Toni Kroos: Weltmeister mit kühlem Kopf

Der Weltmeister von 2014 ist der Protagonist einer Kino-Dokumentation, die in der kommenden Woche anläuft. Kroos blieb in der Vergangenheit immer cool - trotz zahlreicher Siege bei der WM mit der Nationalmannschaft, etlichen Landesmeisterschaften oder vier Spielen in der Champions League. Bei seiner persönlichen Begegnung lernte ARD-Reporter Philip Nagel auch die anderen Seiten des Toni Kroos kennen.    

Er sei gerne Vater und freue sich über seine drei Kinder, so Kroos. Auch auf seine Stiftung, die schwerkranken Kindern hilft, ist der Fußballer stolz - und natürlich auch auf seine eigenen sportlichen Leistungen.

Einen besonderen Moment, in dem er bemerkte, dass es für ihn auf eine Profi-Fußballkarriere zuging, hatte Kroos nicht. "Man denkt jetzt nicht so bewusst drüber nach: 'Oh, jetzt werde ich Fußballprofi, weil ich besser bin als die anderen.'" Mit 15 oder 16 Jahren begannen sich Vereine für den Spieler zu interessieren. Als es dann mit 16 Jahren für ihn nach München ging, dämmerte ihm endgültig: Seine Bemühungen hatten ein bestimmtes Ziel.

Ehrgeiziger Vater

Mit seinem Vater, der ihn auch zeitweise trainiert hatte, habe er heute ein gutes Verhältnis. Doch streckenweise gab es Zeiten, da drehte sich zwischen den beiden alles immer nur um Fußball. Persönliche Themen hätte Kroos dann lieber mit anderen Menschen besprochen. Sein Vater sei damals zu fokussiert gewesen, aus seinen Söhnen Sportprofis zu machen und habe darüber vergessen, dass sie auch einfach seine Kinder sind. Erst mit 18 Jahren, als er seine damalige Freundin und heutige Frau kennengelernt hat, kam wieder ein Mensch in sein Leben, mit dem er auch persönliche Gedanken teilen konnte. Andererseits, so erinnert sich Kroos, habe er in dieser Zeit auch gelernt, Dinge einmal auszuhalten und damit ein Stück weit erwachsener zu werden.

Aufregung und Druck auf sich selbst verspürt Kroos nur selten. Das passe nicht zu seiner Art, den Sport zu betreiben, sagt er. "Dann wäre ich nicht der Spieler, der ich bin."
Eine Rückkehr zu Bayern München schließt der 29-Jährige aus. "Das Kapitel ist in meinen Augen erfolgreich abgeschlossen", sagt er im Gespräch - und ergänzt: "Und sie könnten mich auch nicht bezahlen."

DER FILM

"Kroos" von Manfred Oldenburg
ab 4. Juli im Kino