Ticket Rolling Stones Waldbuehne
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- Über die irrsinnige Marktmacht im Musikgeschäft mit den Superstars

Preise von über 100 Euro sind heute keine Seltenheit mehr, wenn man in ein großes Konzert gehen will. "Das hat Methode und das macht unsere Kulturlandschaft kaputt", sagt der Berliner Autor und Konzertveranstalter Berthold Seliger. In seinem neuen Buch "Vom Imperiengeschäft" zeichnet er nach, wie drei große globale Firmen einen Großteil des Konzertmarktes kontrollieren. Inforadio-Konzertreporter Hendrik Schröder hat mit Seliger über die aktuellen Entwicklungen in der Konzertbranche gesprochen.

"Das Konzertgeschäft ist massiv von Superstars geprägt", sagt der Berliner Autor Berthold Seliger im Inforadio-Gespräch. Das kritisiert der Konzertveranstalter, denn die kleinen Abieter würden unterdrückt. Gerade mal ein Prozent der weltweit agierenden Musiker und Bands machten 60 Prozent des Umsatzes aus, fünf Prozent von ihnen machten 95 Prozent des Umsatzes aus.

In seinem neuen Buch "Vom Imperiengeschäft" führt Seliger auf, wie drei große globale Firmen einen Großteil des Konzertmarktes für sich beanspruchen. Das mache sich unter anderem bei den Zusatzgebühren bei den Ticketverkäufen bemerkbar.

"Aus meiner Leidenschaft für Musik entsteht die Leidenschaft, fairere Bedingungen herzustellen." So erklärt Seliger sein Interesse an dem Thema.

 

"Die Clubkultur ist der Hummus der Popkultur."

In der Oper würden wir nicht akzeptieren, wenn es keine Preisunterschiede bei den Karten gebe, sagt Seliger. Wenn die Menschen die Rolling Stones oder Beyoncé sehen wollten, dann zahlten sie den Preis, der aufgerufen wird. "Zumindest so lange sie es sich leisten können." Dabei solle auch Popkultur für viele Menschen zugänglich sein.

Ein besonderes Anliegen ist Seliger die Förderung der Clubkultur. "Die Clubkultur ist der Hummus der Popkultur. Das ist das, wo alles entsteht." Aber heute bekämen die Clubs fast keine größeren Konzerte mehr, um kleinere Konzerte quer zu finanzieren.

 

Über das Buch

Titel: Vom Imperiengeschäft: Wie Großkonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören

Broschiert: 344 Seiten

Verlag: edition TIAMAT

Erscheinungsdatum: 1. April 2019