Prof. Dr. Michael Succow, Biologe und Träger des Alternativen Nobelpreises (Bild: imago images/BildFunkMV)
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- Michael Succow: Sind Natur und Vielfalt noch zu retten?

Prof. Michael Succow ist Biologe, Moor-Experte und Träger des Alternativen Nobelpreises. Er hat bis zum Ende der DDR für die Einrichtung von ostdeutschen Nationalparks gesorgt, die die Natur bis heute schützen und entlasten. Diese Entlastung sei nötiger denn je, beklagt Succow. Denn eine intensive Bewirtschaftung habe die Artenvielfalt und ein gesundes Lebensumfeld zurückgedrängt, erklärt er im Gespräch mit Frank Schroeder.

In seiner Kindheit in den 1950er Jahren war Michael Succow als Schäferjunge in der Mark in Brandenburg unterwegs - und beobachtete damals vor allem die Vögel. "Da gab es noch eine unfassbare Mannigfaltigkeit an Leben", erzählt er und berichtet von zahlreichen Arten, die man heute vergeblich suche:  Rebhuhn, Schleiereule, Großtrappen und viele andere.

"Und wenn ich heute in diese einstige Heimat kehre, gibt es von all dem nichts mehr. Es ist praktisch nicht mal eine Feldlerche auf den Maisflächen zu sehen", sagt er. Das Gleiche gelte für Bienen und Schmetterlinge. "Der Verlust der Biodiversität ist ein Weltproblem", sagt Succow. Man spüre den Klimawandel überall - "ein Verlust an Schönheit der Landschaft, an Vielfalt und damit auch an Nützlichkeit".  

"Artenvielfalt fängt in Hausgärten an"

Der Biologe unterstützt unter anderem die Initiative "Artenvielfalt schützen" in Brandenburg. "Ich finde es ganz wichtig, dass in den Kommunen, dass in den Hausgärten angefangen wird, Artenvielfalt zu erhalten und zu vergrößern", erklärt Succow.

Die Gärten müssten naturnah, mit vielen Blüten gestaltet werden - Glyphosat und andere Gifte dürften nicht eingesetzt werden. "Ich selber habe einen eigenen ökologischen Garten am Rande von Greifswald - seit 30 Jahren ohne Gift", erzählt Succow. Gerade das reiche Mitteleuropa mit seiner Gartenkultur und seinem Wohlstand könne viel tun, um Arten zu schützen, betont er. Größere Sorgen bereiteten ihm die austrockenden Gegenden in Afrika und Asien.  

Über ein Hauruck-Nationalpark-Programm in der untergehenden DDR, einen ungeahnten Einfluss auf Westdeutschland, die Arbeit der Succow-Stiftung und über die hoffnungsvollen Ideale junger Menschen spricht Frank Schroeder mit Prof. Michael Succow.  

Infos im www

Homepage der Succow-Stiftung - Michael Succow: Lebenslauf und Ehrungen

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