Redakteur Christian Wildt und SPD-Politikerin Sawsan Chebli (Bild: Inforadio)
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- Sawsan Chebli und ihr Kampf gegen Antisemitismus

Wenn es um antisemitische Vorfälle in der Hauptstadt geht, nimmt Sawsan Chebli (SPD), Staatssekretärin in der Berliner Senatskanzlei, kein Blatt vor den Mund: Angriffe auf jüdisches Leben gehörten inzwischen für viele zum Alltag. Wie Gift breite sich der Antisemitismus immer weiter in unserer Gesellschaft aus - er werde offener und aggressiver. Wie will der Senat dagegenhalten? Und wie sieht Chebli dabei die Rolle engagierter Bürger und auch ihre eigene? Diese Fragen hat Inforadio-Redakteur Christian Wildt gestellt.

"Antisemitismus ist Gift für unsere Demokratie", sagt Sawsan Chebli. Die SPD-Staatssekretärin hat eine palästinensische Familiengeschichte und ist muslimisch. Sie setzt sich aktiv gegen Judenfeindlichkeit ein und sagt im Inforadio: "Ich verstehe meinen Job auch so, dass ich diejenigen, die sich engagieren für eine starke, wache, aktive Zivilgesellschaft, stärke. Und dass wir gegen diejenigen, die unsere Demokratie bedrohen, Gegenstimmen erzeugen."

Wichtig sei es, auch auf Schülerinnen und Schüler - egal welchen Glaubens oder aus welchem Elternhaus - zuzugehen. "Es ist wichtig, mit ihnen zu sprechen", so Chebli. Gerade in der Schule dürfe nicht ausgegrenzt werden, sondern müsse die Kommunikation aufrecht erhalten werden. Eine präzisere statistische Erfassung von antisemitischen Straftaten sei ein weiterer wichtiger Schritt von Seiten des Senats.

Sie selbst werde oft von beiden Seiten kritisiert, sowohl von jüdischer als auch von muslimischer, sagt Chebli. Das mache sie traurig, aber in diesem Zwiespalt sei sie gezwungen, zu arbeiten.