Prof. Dr. Bernd Ladwig (Bild: Freie Universität Berlin/ Bernd Wannenmacher)
Freie Universität Berlin/ Bernd Wannenmacher
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- Bernd Ladwig: Tierethik und Doppelmoral gegenüber Tieren

Mehr als 20 Millionen Haustiere leben "unter deutschen Dächern". Deutsche gelten - auch international - als besonders tierlieb. Gleichzeitig macht es uns aber nichts aus, dass Tiere häufig unter qualvollen Bedingungen zur Schlachtreife gebracht werden, damit wir sie essen können. Nicht nur Veganer fordern inzwischen ein Umdenken, sondern auch Tier-Ethiker. Einer von Ihnen ist Philosophie-Professor Bernd Ladwig von der Freien Universität Berlin - mit ihm gesprochen hat Inforadio-Redakteur Wolf Siebert.

Der Philosoph Bernd Ladwig kam über die Untersuchung von Menschenrechten zur Befassung mit den Rechten von Tieren. Das sei ein Prozess gewesen, sagt Ladwig im Gespräch mit Inforadio-Redakteur Wolf Siebert - den Menschen würden viele grundlegende Interessen mit Tieren teilen, wie z.B. das Interesse am Weiterleben, an Leidvermeidung, oder grundlegende freiheitsbezogene Interessen.

Den Rahmen für den Tierschutz in Deutschland hält Ladwig für falsch - denn er basiere darauf, dass viele Tiere nur dazu in der Welt seien, dass sie dem Mensch Produkte oder schließlich sich selbst gäben. Sie würden deshalb bloß als Recourcen anerkannt und nicht als Wesen eigenen Rechts. Nur relativ dazu greife der Tierschutz. Außerdem würden meist schon moralisch relativ leichtgewichtige Gründe, wie zum Beispiel geringfügige Preisvorteile für Verbraucher, ausreichen, um sehr elementare Interessen von Tieren zu verletzen.

Doch wie sähe das Ideal aus? Für Bernd Ladwig wäre das, die Tiere so zu nutzen, dass sie dabei ein gutes Leben haben können und ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden. Solche Formen der Nutzung seien durchaus vorstellbar. Das gelte für den sehr großen industriellen Teil der Tiernutzung allerdings überhaupt nicht. Ein Schwein könne sich meist nicht mal um die eigene Achse drehen, wenn es zur Zucht eingesetz würde.

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