Sprengmeister Mike Schwitzke kniet im Januar 2019 in Potsdam neben einer entschärften Weltkriegsbombe und hält einen Zünder in der Hand. (Bild: dpa)
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- Mike Schwitzke: "Habe Respekt vor kleinen Kampfmitteln"

Er ist der Mann für gefährliche Einsätze: Sprengmeister Mike Schwitzke ist Truppführer beim Kampfmittelbeseitigungsdienst in Potsdam. Wenn Blindgänger aus einem der Weltkriege oder Munition gefunden werden, kümmert er sich darum, dass sie unschädlich gemacht werden. Gezählt hat er die Bomben nie, sagt Schwitzke im Gespräch mit Inforadio-Redakteurin Anke Burmeister.

Ohnehin sei die große Fliegerbombe nicht unbedingt am gefährlichsten, so Schwitzke. "Ich habe immer großen Respekt vor Kampfmitteln, die so klein sind, dass sie sich in die Hosentasche stecken lassen." Denn bei diesen sei der Zersetzungsprozess meist weiter fortgeschritten als bei einer Fliegerbombe. Außerdem sei die Empfindlichkeit sehr viel höher. "Und die Kraft, einen Menschen zu töten, geht von jedem Kampfmittel - egal wie groß es ist - aus", erklärt der Experte.

Brandenburg ist das Bundesland, das noch am stärksten mit Munition belastet ist - es handelt sich um etwa zehn bis zwölf Prozent der Fläche. "Das ist ganz einfach dadurch zu erklären, dass sich die Kampfhandlungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs schwerpunktmäßig in und um Berlin abgespielt haben", sagt Schwitzke. Außerdem habe das Militär die Region jahrzehntelang für Übungen genutzt - seit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir große, ausgedehnte Truppenübungsplätze im Land Brandenburg haben, die heute nicht mehr oder kaum noch militärisch genutzt werden."

Wie eine Bombenentschärfung genau abläuft, welche Voraussetzungen seine Mitarbeiter mitbringen müssen, warum er selbst Bombenentschärfer geworden ist und über Angst spricht Mike Schwitzke mit Anke Burmeister.  

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Sprengmeister Mike Schwitzke hockt am 21.12.2016 im Potsdamer Wildpark (Brandenburg) neben fünf entschärften Fliegerbomben. Der Kampfmittelräumdienst hat die fünf Weltkriegs-Bomben unschädlich gemacht. Dabei handelte es sich um zwei Fünf-Zentner- und drei 100-Kilogramm-Bomben russischer und amerikanischer Bauart, die bei einer systematischen Suche in dem Waldstück entdeckt worden waren. (Quelle:dpa/Julian Stähle)
dpa/Julian Stähle

Bombentyp - Sprengmeister Mike Schwitzke entschärft Brandenburg

Wenn in Brandenburg ein Blindgänger gefunden wird, ist Sprengmeister Mike Schwitzke nicht weit. Fast schon legendär: Das Posing mit der Bombe nach einem erfolgreichen Einsatz.