Tex Rubinowitz Foto: Manfred Segerer/imago
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- Eurovision Song Contest: "Ich würde es als großes Fernsehmöbel bezeichnen"

Ein diffuses europäisches Gemeinschaftsgefühl vermittelt jedes Jahr der Eurovision Song Contest. In diesen Tagen kommt die Musikgemeinde wieder zum ESC zusammen, dieses Mal in Tel Aviv. Autor Tex Rubinowitz stammt aus Deutschland, lebt seit 35 Jahren in Wien und ist ein großer Freund des ESC. Inforadio-Redakteur Alexander Schmidt-Hirschfelder hat sich mit ihm darüber unterhalten, ob der ESC zur europäischen Identitätsstiftung taugt.

Tex Rubinowitz, Künstler und Autor, ist großer Fan des Eurovision Song Contests. Die Halbfinals und natürlich das Finale am Samstag in Tel Aviv wird er gespannt verfolgen. Im Vis-à-vis-Gespräch berichtet er von seiner Leidenschaft und der Rolle, die der ESC heute einnimmt.

"Es ist die Darbietung, die Flamboyance, dieses Schillernde, dieses Große, dieses Gemeinschaftliche an einem Samstag im Mai." Das macht nach Meinung von Rubinowitz das Besondere des ESC aus. "Ich würde es als großes Fernsehmöbel bezeichnen, das es schon seit 60 Jahren gibt." Politisch sei es nicht.

Insgesamt baue der ESC auf einer Illusion auf: "Alles Schöne steht auf der Bühne, alles Garstige findet vor der Tür statt", so Rubinowitz. Dennoch habe der ESC auch an Bedeutung verloren. Der Wettbewerb sei heute anders, als noch zur Gründungszeit im Kalten Krieg. "Es ist nach wie vor ein gespaltenes Europa, das da teilnimmt."

HINTERGRUND

Der 64. Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv

Am Samstag, dem 18. Mai, ab 21 Uhr treten im Finale des Eurovision Song Contests 26 Länder gegeneinander an. Vorher gibt es zwei Halbfinals: am Dienstag mit 17 Ländern und am Donnerstag mit 18 Ländern. Beim Halbfinale am Donnerstag und natürlich beim Finale dürfen die deutschen Zuschauer mitabstimmen.