Great Barrier Reef Foto: Kiko Jimenez/imago
Kiko Jimenez/imago
Bild: Kiko Jimenez/imago

- Wie die Klimaerwärmung die Korallen tötet

Weltweit könnten in den kommenden Jahrzehnten eine Million Tier- und Pflanzenarten aussterben, heißt es im neuen UN-Bericht zur Lage der Natur. Dramatisch sei der Report – die Reaktionen von Politik und Umweltverbänden waren einhellig. Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler hat sich mit einem der Leitautoren des Berichtes verabredet. Josef Settele, Biologe am Helmholtzzentrum für Umweltforschung in Leipzig, sagt ganz klar: 2 Grad globale Erwärmung werden geschätzt 99 Prozent der Korallen töten.

Bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten sind einem umfassenden Bericht vom Weltbiodiversitätsrat zufolge vom Aussterben bedroht. Das Ausmaß des Artensterbens sei in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß gewesen, warnte der Biologe Josef Settele vom Helmholtzzentrum für Umweltforschung in Leipzig. Im Inforadio spricht Settele vom größten menschenbedingten Artensterben der Neuzeit.

25 Prozent aller Arten seien gefährdet, sagt Settele. "Wir haben den massivsten Verlust global betrachtet bei den Korallen." Der Grund seien Ozeanversauerung und Klimaerwärmung. Bei 2 Grad Celsius Klimaerwärmung werden 99 Prozent der Korallenriffe sterben.

Korallen und Amphibien in größter Gefahr

In Anbetracht der möglicherweise höheren Klimaerwärmungen meint Settele: "Korallenriffe sind sicher ein Ding der Vergangenheit, wage ich fast zu sagen." Als bedrohteste Gruppe an zweiter Stelle gelten dem Biologen zufolge die Amphibien. Vor allem eine Pilzkrankheit, die durch eine globale Ausbreitung verstärkt werde, bedrohe die Tiere.

"Artenvielfalt ist eine Versicherung in unsere Zukunft", antwortet Settele auf die Frage nach der Bedeutung von Arten für die Menschheit. Bestäubung etwa sei überlebenswichtig. Es gelte zu verhindern, dass Bestäuber wie etwa die Korallen aussterben könnten.

Wie geht es nun weiter? Die Wissenschaftler hätten Informationen geliefert. Nun sei die Politik an der Reihe, zu handeln, meint Settele. "Wenn ich nicht glauben würde, dass die Welt noch zu retten ist, hätte ich gar nicht mitgemacht."