Ein Mädchen liegt mit Kopfhörern auf dem Bett und schaut in ihr Handy (Bild: imago images/Photocase)
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- Ulrike Bartholomäus: Die große Planlosigkeit der Jugend

Schule geschafft - und dann? Auf diese Frage wissen viele junge Menschen erst mal keine Antwort. Über die Orientierungslosigkeit nach der Schule hat die Wissenschaftsjournalistin Ulrike Bartholomäus ein Buch geschrieben: "Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann?" Ob sie eine Antwort auf diese Frage gefunden hat, darüber hat Inforadio-Redakteurin Martina Schrey mit Bartholomäus gesprochen.  

Die Autorin Ulrike Bartholomäus (Bild: Piper Verlag/Bratto von Boehmer)
Die Autorin Ulrike Bartholomäus Bild: Piper Verlag/Bratto von Boehmer

Bei der Recherche zu ihrem Buch merkte Bartholomäus schnell, dass es sehr schwierig ist, einen Einblick in die Gedanken der Jugendlichen zu bekommen. "Es wird abgeschirmt, wo man zweifelt, wo man Ängste hat", so die Autorin. Deswegen bediente sie sich eines Tricks: Sie ließ Jugendliche andere Jugendliche interviewen. "Am Ende hatte ich fünf Personen, die ganz erstaunliche Interviews in verschiedenen europäischen Ländern geführt haben", erzählt sie.

Die totale Planlosigkeit sei weit verbreitet. "Sie bringt Heranwachsende in irre Verzweiflungssituationen", sagt Bartholomäus. "Und ich habe herausgefunden, dass diese jungen Leute sich eigentlich nie Zeit genommen haben, mal kritisch selber nachzudenken, was sie unterscheidet von anderen." Dabei gehe es um die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und auch um den Abschied von Ideen, die man vielleicht mal hatte.

Über Zeitdruck während der Schulzeit, Ablenkung durch Smartphones, aktuelle Hirnforschung und Strategien für Eltern gegen die Planlosigkeit ihrer Kinder spricht Martina Schrey mit Ulrike Bartholomäus.

Buch "Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann? Die große Orientierungslosigkeit nach der Schule" von Ulrike Bartholomäus

Broschierte Ausgabe: 304 Seiten
erschienen am: 2. April 2019
Verlag: Berlin Verlag