Der Journalist Günter Bannas bei der Verleihung des "Theodor-Wolff-Preises" im Juni 2018 (Bild: dpa)
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- Günter Bannas: Ein Urgestein des Hauptstadtjournalismus

Der Journalist Günter Bannas war jahrzehntelang Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Bonn und Berlin. Er hat den Umzug der Hauptstadt erlebt - und auch die langen Merkel-Jahre. Bannas' Erfahrungen in einem Politikbetrieb, der sich immer schneller dreht und vielen Bürger fern erscheint, sind Stoff für sein neues Buch geworden. Inforadio-Reporter Ansgar Hocke hat mit dem Journalisten darüber gesprochen.

In Berlin sei ein ganz neues politisches Milieu entstanden - obwohl die Politiker die gleichen blieben, sagt Bannas. "Aber das Umfeld wurde ein anderes, im Laufe der Jahre." So habe es in Berlin sehr viel mehr Lobbyisten gegeben als in Bonn. Und es fanden sich eigene Niederlassungen von Großkonzernen wie Volkswagen, Daimler-Benz und der Chemieindustrie. Der Stil der Politik habe sich seiner Ansicht nach aber nicht geändert, so der ehemalige Hauptstadtkorrespondent.  

Er habe es darüber hinaus nie so empfunden, als würden Journalisten und Politiker "unter einer Decke steckten", betont Bannas. "Politiker, Kanzler, Parteivorsitzende, Minister begegnen - nach meinen Erfahrungen - einem Journalisten nie als Privatmensch. Selbst wenn man bei einem Empfang oder einer anderen Gelegenheit bei einem Glas Wein zusammensteht oder an einem Tisch sitzt, ist dort immer eine Grenze."

Politiker und Journalisten bearbeiteten das gleiche Milieu - die einen als Akteure, die anderen als Beobachter, Analytiker und Kommentatoren. "Das Bild 'Politiker und Journalisten sitzen auf zwei Seiten eines Tisches' trifft es, glaube ich, ganz gut", sagt Bannas. "Es gibt eine Grenze - das ist der Tisch. Aber es ist der gleiche Tisch."

Buch "Machtverschiebung" von Günter Bannas

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
erschienen am: 2. Mai 2019
Verlag: Propyläen Verlag