Tatjana Böhme-Mehner (Bild: rbb/Ulrike Bieritz)
rbb/Ulrike Bieritz
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- Tatjana Böhme-Mehner: Mein Vater, der Verräter

Manfred Böhme, der sich selbst Ibrahim nannte, wurde in der DDR vom Hoffnungsträger der Friedlichen Revolution zum Inbegriff der historischen Verräter-Figur. Jetzt hat seine Tochter Tatjana die schwierige Vater-Tochter-Beziehung, den abwesenden Vater und das Warten auf seine Besuche in einem Buch aufgearbeitet. Inforadio-Redakteurin Ulrike Bieritz hat mit der Autorin gesprochen.

Wie ist das, wenn man einen Vater hat, der nie da war, kam und ging, wie er wollte - und der dann plötzlich aber jeden Tag im Fernsehen zu sehen war? Tatjana Böhme-Mehner hatte so einen Vater. Sie ist die Tochter von Ibrahim Böhme, der vor 30 Jahren die Ost-SPD, die SDP, mitgründete, deren Geschäftsführer und später Vorsitzender wurde und gute Chancen hatte, im März 1990 letzter Ministerpräsident der DDR zu werden.

Dann aber wurde er als inoffizieller Mitarbeiter der Stasi enttarnt und verschwand in der Versenkung. Dass sie seine Tochter ist, hat Tatjana Böhme-Mehner nicht jedem erzählt - jetzt aber ein Buch darüber geschrieben: "Warten auf den Vater". Über dieses Warten und ihren Vater spricht Tatjana Böhme-Mehner mit Inforadio-Redakteurin Ulrike Bieritz.

Buchtipp

"Warten auf den Vater – Erinnerungen an Ibrahim Böhme"

von Tatjana Böhme-Mehner

erschienen im Europaverlag

208 Seiten