Aufsteller der Einstein Stiftung im Atrium des Museum für Kommunikation (Bild: dpa)
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- Jürgen Zöllner: Ein Leben für die Berliner Wissenschaft

Sein Name ist tief mit der Wissenschaft in Berlin verbunden: Prof. Jürgen Zöllner war lange Zeit Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Später engagierte sich der gelernte Mediziner vor allem im Beirat der Einstein Stiftung. Inforadio-Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler hat mit Zöllner über Erfolge und Schattenseiten von Wissenschaft gesprochen.  

Professor Jürgen Zöllner im Jahr 2014 (Bild: dpa)
Prof. Jürgen Zöllner Bild: dpa

Er sei glücklich darüber, wie sich die Einstein Stiftung entwickelt habe, sagte Zöllner. "Die Entwicklung ist eher noch besser als ich zu hoffen gewagt habe." Der Start der Stiftung im Jahr 2009 war holprig - sie hatte wenig Geld in der Kasse und wurde teilweise als elitär kritisiert. Zöllner blieb dennoch dran und konnte dabei auf seine langjährige Erfahrung als Politiker zurückgreifen: "In der Politik muss man manchmal einen langen Atem haben", erklärte er.

Inzwischen fördere die Einstein Stiftung Spitzenwissenschaftler in sieben Clustern mit insgesamt rund 57 Millionen Euro, betonte Zöllner. "Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass viele dieser Spitzenwissenschaftler, die die Basis des Erfolgs gelegt haben, nicht mehr in Berlin wären oder gar nicht hergekommen wären, wenn es nicht diese zusätzliche Unterstützung gegeben hätte."

Darüber hinaus hätten zwölf Spitzenwissenschaftler aus dem Ausland die Einstein Stiftung um Unterstützung bei der Gründung einer Arbeitsgruppe in Berlin gebeten, darunter drei Nobelpreisträger. Ein wenig traurig sei er, dass es kein Cluster im Bereich der Physik gebe, sagte Zöllner. "Das ist ein Bereich, in dem Berlin möglicherweise seinen Weltruhm begründet hat."

Und noch etwas liegt Zöllner am Herzen: Die enorme Verantwortung von Wissenschaft für die Gesellschaft - vor allem in Zeiten von "Fake News". "Ich glaube, dass die Wissenschaft selber daran Schuld hat", erklärte er. "Die Leute wissen das nicht, aber sie spüren es, weil es oft eben falsche Ergebnisse von Wissenschaft gibt. Die Qualitätssicherung in der Wissenschaft muss von der Wissenschaft selber ernster genommen werden, damit das nicht so abstrakt im Raume bleibt."

Darüber hinaus sei es auch Aufgabe der Forscher, den Menschen ihre Erkenntnisse verständlich mitzuteilen, auch wenn es sich um komplizierte Sachverhalte handle - und zwar nicht nur auf englisch, sondern auch auf deutsch, so Zöllner.  

Infos im www

Programme, Projekte, Veranstaltungen - Website der Einstein Stiftung Berlin

Artikel aus dem Jahr 2005 (englisch) - John P. A. Ioannidis: Why Most Published Research Findings Are False

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