Ein Schüsselchen mit grünen Oliven und eine Schale mit Olivenölm daneben. (Bild: imago/ Christin Klose)
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- Anne Flecks Kampf gegen die Mär vom bösen Fett

Jahrzehntelang galt in der Ernährung: Je weniger Fett, desto besser, weil wir schlank und gesund bleiben. Doch diese Regel stand wohl auf wackliger wissenschaftlicher Basis. Zumal die verdrängten Fette durch Kohlenhydrate ersetzt wurden, durch zuckerreiche Kost also. Die Medizinerin Anne Fleck setzt sich für eine Kehrtwende ein und verwendet Fett in ihrer Praxis als Heilmittel. Gerd Dehnel spricht mit ihr über ihr Buch "Ran an das Fett".

Fett ist "böse" und gehört nicht auf den Teller – das war lange Zeit ein Ernährungs-Dogma. Eine fettarme Ernährung sei aber ein Irrtum, sagt Dr. Anne Fleck im Inforadio-Gespräch. Seit dem Fett gemieden würde, kämen mehr Kohlenhydrate auf den Tisch. Für die Ärztin gibt es dabei einen Zusammenhang mit dem Anstieg von Diabetes und Übergewicht.

Die Mär vom "bösen Fett" wäre einst die unbewiesene These eines Wissenschaftlers gewesen, der mit seiner Überlegung jedoch viel Gehör fand – unter anderem auch in der Politik und der Industrie. Erst vor zehn bis zwölf Jahren hätte man umgedacht, es wird nun mehr zu Fetten geforscht. Die Erfolge, die Fleck mit dem Einsatz von Fetten in ihrer Praxis erlebe, hätten sie zum Nachdenken gebracht. Für sie liegt mittlerweile auf der Hand, dass es einen gesundheitlichen Nutzen guter, qualitativ hochwertiger Fette gibt, denn bereits die Zellmembran  unseres Körpers bestehen aus Lipiden.

Porträt von Dr. Anne Fleck. (Bild: Fleck/ Krzyzanowska)
Dr. Anne Fleck | Bild: Fleck/ Krzyzanowska

Auf Qualitätsfette achten

Sie habe erlebt, dass multiple Sklerose, Rheuma und Entzündungskrankheiten durch den Einsatz von hochwertigen Fetten sogar zum Stillstand gekommen seien. Auch bei Demenz und ADHS zeichneten sich Verbesserungen ab. "Wir wissen, dass fast 50 Prozent der Gesundheit auch über die Lebensstilveränderung und über das Essen definiert wird. Damit lässt sich vieles Positives erreichen", sagt Fleck.

Doch nicht jedes Fett eignet sich: Transfette sollten weiterhin nicht auf dem Speiseplan stehen. Hingegen empfiehlt sie Oliven-, Lein-, Walnuss- und Hanföl. Hierbei sollten Verbraucher jedoch auf die Pressung und die Lagerdauer achten. In Kombination mit Kohlenhydraten sind Fette allerdings genau jene Dickmacher, für die man sie lange gehalten hat. Besser sei es, so Fleck, Fette zusammen mit Ballaststoffen zu verzehren – beispielsweise Butter über Gemüse oder Fisch. Vegetarier und Veganer könnten zudem zu Ölen mit DHA-Anreicherung greifen, um genügend Omega-3-Fettsäuren zu sich zu nehmen.

Buchtipp:
Dr. med. Anne Fleck
"Ran an das Fett!"
rowohlt Verlag