Villa Massimo (Quelle: picture alliance/imageBROKER)
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- Joachim Blüher: Chef eines deutschen Idylls in Rom

Sie ist ein Idyll mitten in Rom - die Villa Massimo, in der Maler, Musiker und Schriftsteller ein Jahr als Stipendiaten verbringen können. Chef dieser deutschen Akademie und damit Botschafter deutscher Kultur in Italien ist seit Jahren Joachim Blüher. Im Inforadio-Gespräch erzählt er mehr vom Künstler-Idyll in der Stadt.

Im Sommer 2002 kam Joachim Blüher zur Villa Massimo nach Rom. Damals war die 1910 im Auftrag des Berliner Unternehmers Eduard Arnhold erbaute Villa eine komplette Baustelle. Blüher wollte schon als kleiner Junge nach Rom. Deshalb war es nur logisch, dass er sich im Jahr 1993 um den Posten des Direktors bewarb – und den Job erstmal nicht bekam. Zehn Jahre später versuchte er es wieder - und diesmal bekam er den Job.

Sein Plan mit der Villa Massimo war: Das muss hier anders werden. Allerdings hatte er es mit der Umsetzung nicht ganz einfach. Blüher erinnert sich, dass der Etat halb so hoch wie heute war - eine willkommene Herausforderung. "Ich mag es, kein Geld zu haben", sagt er von sich selbst.

Er fing zunächst an mit kleinen Ausstellungen und Konzerten, die er, auch aufgrund seiner guten Kontakte in die Kunstszene, günstig auf die Beine stellte. "Ich hatte 25.000 Euro Jahresetat. Ich habe zwei Ausstellungen gemacht. Ich habe ein Konzert gemacht und ich hatte immer noch 19.800 Euro." Sein Erfolgsgeheimnis: "Wenn Sie kein Geld haben, reicht es ewig."

Inzwischen kann Blüher mit einem Jahresetat von zwei Millionen Euro wirtschaften und nennt das "lächerlich gering". "Wir haben ein Viertel der Franzosen und ein Sechstel der Amerikaner", zieht er den Vergleich. Beschweren will sich Blüher trotzdem nicht. "Wir leben dort völlig auskömmlich", sagt er.

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