ARCHIV: 29.11.2018, Berlin: Baukräne zeichnen sich hinter einem Zaun an einer Baustelle nahe des Alexanderplatzes gegen den Himmel ab.
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- Bauunternehmer Gröner warnt vor "DDR durch die Hintertür"

Er ist einer der reichsten Menschen der Bundesrepublik und gehört zu denen, die in Deutschland die meisten Mietwohnungen bauen: Christoph Gröner, 51 Jahre, Bauunternehmer. Während die meisten seiner Einkommensklasse eher öffentlichkeitsscheu sind, zieht es den Vorstandsvorsitzenden der CG Gruppe immer wieder ins Rampenlicht. Berliner Überlegungen, wonach Teile großer Wohnungsgesellschaften enteignet werden sollen, sieht er im Inforadio-Gespräch äußerst kritisch.

Öffentliche Konflikte mit der Politik scheut er grundsätzlich nicht, er trägt sie geradezu genüsslich aus – wie zuletzt der lautstarke Streit zwischen ihm und dem grünen Baustadtrat aus Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt, zeigte.

Im Gespräch mit Thorsten Gabriel warnt Christoph Gröner davor, Wohnungsunternehmen zu enteignen. Damit reagiert er auf die Ankündigung einer Initiative, im April ein Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungsgesellschaften starten zu wollen. Dafür gibt es in der rot-rot-grünen Koalition zumindest in der Linken große Sympathie. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) kann sich in jedem Fall vorstellen, tausende Wohnungen vom Konzern Deutsche Wohnen zu kaufen.

"Wir haben es vor 30 Jahren mühsam geschafft, die Menschen von der DDR zu befreien", meint Gröner. "Jetzt wird versucht, die DDR wieder über die Hintertür einzuführen. Das brauchen wir alles nicht. Kommunen und Unternehmen können diese Aufgaben viel besser lösen, wenn sie kooperativ und partnerschaftlich agieren: Baurecht, Neubau, Kauf von großen Wohnungsbeständen durch die Kommunen - das ist der richtige Weg."

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