Peter Lobbenberg, dessen Großmutter in Auschwitz umkam (Bild: rbb/Matthias Schirmer)
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- Peter Lobbenberg und die Briefe seiner Großmutter

In Familien, die vom Holocaust betroffen waren, herrschte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs oft tiefes Schweigen über die Gräueltaten der Nationalsozialisten. Und Kinder und Enkelkinder fragten lieber nicht nach dem Schicksal ihrer Verwandten. So ging es auch Peter Lobbenberg, doch ein Fund in einem alten Schreibtisch änderte vieles, erzählt er im Gespräch mit Inforadio-Redakteur Matthias Schirmer.

In seiner Kindheit und Jugend wurde fast überhaupt nicht über das Schicksal seiner Großmutter gesprochen, erzählt Lobbenberg - und er habe auch nicht das Bedürfnis gehabt, nachzufragen, wie der Holocaust seine eigene Familie betraf. Im Alter von 31 oder 32 Jahren macht er dann aber einen besonderen Fund in einem alten Schreibtisch. Seine Mutter war damals bereits gestorben.

"Da war ein Schatz von etwa 20 Briefen, die meine Großmutter mir geschrieben hatte, als ich ganz klein war - ganz unerwartet", erzählt er. Seine Großmutter war Berlinerin und als einziges Familienmitglied nicht mit nach England gekommen, sondern um 1937 nach Amsterdam geflohen. Später wurde sie dann in Auschwitz ermordet. Ihren Enkel hat sie nie persönlich kennengelernt.

"Den ersten Brief schrieb sie an mich, als ich einen Tag alt war", sagt Lobbenberg. Er maß dem Fund zunächst keine allzu große Bedeutung bei, legte die Briefe beiseite und holte sie erst vor sechs oder acht Jahren wieder hervor, um sie ganz in Ruhe durchzulesen. Was seine Großmutter ihm genau mitteilte, über das Schweigen in seiner Familie und warum er die Briefe nun musikalisch vertonen ließ, berichtet Peter Lobbenberg im Gespräch mit Matthias Schirmer.

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