Prof. Johannes Vogel, Direktor des Museum für Naturkunde Berlin (Bild: imago/tagesspiegel)
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- Veränderung natürlich: Johannes Vogel

Wenn alles so bleiben soll, wie es ist, muss sich alles ändern, heißt es – auch in der Natur. Arten entwickeln sich evolutionär, passen sich veränderten Bedingungen an oder verschwinden. Allerdings sind wir Menschen dabei, die Umweltbedingungen so schnell zu verändern, dass die Evolution nicht hinterherkommt. Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler hat darüber mit Johannes Vogel gesprochen, Generaldirektor des Museums für Naturkunde in Berlin.  

Johannes Vogel hat ein Stück Erz mitgebracht. Es sieht zunächst unscheinbar aus, ist für den Museumsdirektor aber ein gutes Symbol dafür, wie die Natur den Lauf der Welt verändern kann. „Es ist genau das Stück Erz aus dem Erzgebirge, in dem im Jahr der Französischen Revolution das Element Uran beschrieben wurde“, erklärt er. „Das ist also eines der hochpolitischsten Stücke, die es überhaupt gibt. […] Das Spannende ist, dass genau dieses Stück hier im Naturkundemuseum in Berlin liegt.“

Die Veränderung durch Evolution ist laut Vogel ein wesentliches Merkmal der Natur. "Wir leben in einer sich ständig verändernden Welt", sagt er. "Wir als Menschen ändern uns, die Umwelt verändert sich und die Welt verändert sich. Das ist ein sehr komplexes Spiel." In diese seien wir hineingeboren worden und wir seien in der Lage, damit konstruktiv umzugehen. "Das muss uns nicht erschrecken, sondern das muss uns eher Mut machen: Dass wir Teile eines großen Ganzen sind."

In der heutigen Zeit gehen Veränderungen aber oft zu schnell. "Wir haben uns als Menschen im wahrsten Sinne des Wortes die Erde untertan gemacht", gibt Vogel zu bedenken. "Und das bedeutet, dass wir als eine immer noch expandierende Art - wir gehen ja jetzt auf acht Milliarden Individuen auf dieser Erde zu - mehr Nahrung brauchen. Und dafür verändern wir die Umwelt."

Dadurch gebe es weniger Raum für anderes. "Wir wissen aus neuesten Studien, dass bis zu 60 Prozent der Biomasse, mit der wir diesen Planeten gemeinsam besiedeln, jetzt bereits verschwunden ist - in den letzten 200 Jahren, weil wir wirklich im wahrsten Sinne des Wortes die Welt fressen." Das könne nicht unendlich weitergehen, so der Direktor. "Wir leben auf einer Erde. Es gibt nicht drei davon, es gibt nicht fünf - es gibt nur eine. Und auf der müssen wir alle zurechtkommen - und zwar mit den anderen Organismen, nicht gegen die anderen Organismen."

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