ARCHIV: Walter Wüllenweber, Journalist, Nachrichtenmagazin "Stern", aufgenommen am 21.02.2007 in der rbb-Talksendung "Im Palais" in Berlin.
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- Wüllenweber: "Gute Laune kann ein Erfolgsweg sein"

Klimawandel, Massenflucht, Krisenherde allüberall: Eigentlich können notorische Pessimisten im Moment derzeit geradezu optimistisch sein, dass es weiter miserabel um die Welt steht. Der Publizist Walter Wüllenweber setzt dagegen eine "Frohe Botschaft" in Buchform. Darin behauptet er: Noch nie sei es der Menschheit so gut gegangen, fast alles sei besser als früher. Mit dem Optimisten Wüllenweber sprach Inforadio-Wirtschaftsredakteur Gerd Dehnel, was ihn zu diesem Urteil bringt.

Seinen Titel "Frohe Botschaft" will er nicht religiös verstanden wissen - so sieht er das aber nicht. Es gebe einfach viele Dinge, die positiv sind und "einfach fröhlich machen". Sein Umfeld habe auf das Projekt zunächst eher skeptisch reagiert nach dem Motto "Was hast du denn geraucht?".

Als Mittfünfziger habe er schon etliche Dinge miterlebt oder als Journalist beschrieben - und irgendwann sei ihm aufgefallen: "Verflixt nochmal, ich hab doch vor 20 oder 30 Jahren schonmal über ein ähnliches oder dasselbe Thema geschrieben - und da war es auch nicht besser, sondern es war schlechter." Und wenn man älter werde, einen Schritt zurück mache und einen anderen Zeithorizont habe als nur die Tages- oder Monatsaktualität, dann merke man schon: "Es gibt deutliche Verbesserungen"

Als Bereiche, die sich nicht verbessert hätten, nennt Wüllenweber das Klima und die Umwelt. Als Gegenbeispiel führt er an: "Ich bin Mitte der 60er Jahre geboren. Damals verhungerten von 1000 Menschen jedes Jahr 50. Heute ist es noch einer - alle zwei Jahre. Eine Verringerung um 99% also."

Ein zweites Beispiel: "Seit es Menschen auf der Erde gibt, waren 90% absolut arm - das hat sich innerhalb der letzten 60 bis 70 Jahre gedreht. Heute gelten noch acht Prozent als absolut arm."

Probleme gebe es "natürlich" auch weiterhin, darunter viele gravierende und nicht gelöste. "Aber die frohen Botschaften können uns helfen, die Probleme zu lösen - weil wir sehen, was wir in den letzten 50 Jahren erreicht haben. Da gibt es Methoden. (...) Ich glaube nicht nur, dass es bessere Laune macht, wenn wir auch mal ab und zu auf die Erfolge schauen, sondern dass das tatsächlich ein Erfolgsweg ist."

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