Marcel Noebels (Eisbaeren Berlin) beim Spiel Eisbaeren Berlin gegen Schwenninger Wild Wings am 04.11.2018 in der Mercedes-Benz Arena Berlin
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- Marcel Noebels: "Manchmal kommt es eben anders"

Es gibt wohl kaum ein Ereignis, das im zu Ende gehenden Sportjahr 2018 für soviel Begeisterung sorgte wie der überraschende Einzug des deutschen Eishockey-Teams ins olympische Finale von Südkorea. Einer, der mit in diesem legendären Team stand, ist Eisbären-Stürmer Marcel Noebels. Mit seiner erfolgreichen Visitenkarte wollte der 26-jährige gebürtige Westfale vor kurzem in der Nordamerikanischen NHL anheuern. Doch es blieb vorerst bei einem kurzen Gastspiel von nicht einmal zwei Wochen. Stefan Frase traf Marcel Noebels wieder in Berlin.

Am Ende des Tages habe es "nicht ganz gereicht", sagt Noebels. Trotz allem sei er froh, wieder bei den Eisbären zu sein. "Es war eine schöne Zeit mit vielen Erfahrungen, auch wenn es nur zehn oder elf Tage waren".

Es ging um einen so genannten "Draft" - da wird man getestet und gesichtet, ob es für die NHL reicht. "Es war ein Kurz-Camp. Ich hatte zwei Spiele Zeit, mich zu beweisen und mehr oder weniger eine gute Woche im Trainingslager und bin leider wieder hier - wobei ich 'leider' nicht sagen möchte. Ich fühle mich hier sehr wohl. Aber manchmal kommt es im Leben anders als man es sich vorstellt."

Geboren und aufgewachsen ist Noebels im Kreis Krefeld - "eine Eishockeystadt mit sehr guter Nachwuchsarbeit", wie er selbst sagt. In der Kinder- und Juniorenphase zählten Krefeld, Mannheim und Berlin zu seinen Stationen. Mit den Mannheimer Jung-Adlern wurde er zweimal Deutscher Meister.

Zum Höhepunkt seiner Karriere zählte bisher der 25. Februar 2018 - das Finale bei den Olympischen Spielen gegen Russland - "das Größte und Schönste, was mir bisher passiert ist. Ich bin froh, Teil dieser Mannschaft gewesen zu sein und stolz behaupten zu können: Ich habe eine Olympia-Medaille zuhause zu liegen!"

Zum Goldtraum fehlten damals in der deutschen Führung nur noch ganze 55 Sekunden - was ging damals in seinem Kopf vor? "Das ganze Spiel konnte man nicht so wirklich glauben. Der Tag kam ziemlich schnell, nachdem wir gegen die Kanadier gewonnen hatten. Viel Zeit zum Nachdenken hatten wir nicht, was ganz gut war. Jeder hatte damit gerechnet, dass die Russen uns mit 5, 6 oder 7 zu Null schlagen. Dass wir auf Strecken besser waren und eine gute Chance hatten zu gewinnen, war eine kleine Sensation."  

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